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06.04.2011

17:46 Uhr

NYSE und Nasdaq

Das große Duell der US-Börsen bleibt aus

Im Übernahmepoker rund um die New York Stock Exchange bleibt es bei einem deutsch-amerikanischen Duell. Die NYSE will kein Gegenangebot für die Technologiebörse Nasdaq machen. Für diese ist das kein Grund zum Jubeln.

Die Büros der Technologiebörse Nasdaq in New York. Quelle: dpa

Die Büros der Technologiebörse Nasdaq in New York.

New YorkDiese Nachricht dürfte auch die Deutsche Börse brennend interessieren: Die New York Stock Exchange erwägt kein Gegenangebot für die benachbarte Technologiebörse Nasdaq. Das bestätigte ein NYSE-Sprecher am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.  

Die Nasdaq will die größere NYSE Euronext übernehmen stört mit ihrem Angebot die Fusionsbemühungen zwischen der Deutschen Börse und der NYSE. In Medien war zwischenzeitlich spekuliert worden, die NYSE wollte den Spieß umdrehen und die Nasdaq schlucken. Damit wäre aber auch der Zusammenschluss mit den Deutschen geplatzt.  

Doch um den Plan der Nasdaq ist es auch ohne das Gegengebot der NYSE nicht gut bestellt.  Die Nasdaq scheint nämlich mit ihren Plänen für eine amerikanische Superbörse bei der umworbenen Nyse Euronext auf Granit zu beißen. Eine Kombination von Nyse und Nasdaq sei strategisch nicht attraktiv und berge zudem „unüberwindbare kartellrechtliche Hürden“, sagte eine der New Yorker Börse nahestehende Person. Schließlich würde die kombinierte US-Börse ein Monopol für das Geschäft mit Börsennotierungen bilden und das Geschäft mit Optionen in den Staaten dominieren.  

Die US-Technologiebörse Nasdaq OMX und die Rohstoffbörse ICE hatten vorigen Freitag mit einem Gebot für den Betreiber der Wall Street über 11,3 Milliarden Dollar die Deutsche Börse übertrumpft.   Eine Zusammenlegung der beiden amerikanischen Handelsplätze würde aber zu einem massiven Arbeitsplatzabbau in New York führen, betonte die Person aus dem Umfeld der Nyse. Das sei aus Sicht der Nyse-Aktionäre wertvernichtend. Deshalb kommt auch das Angebot der Nyse für den Rivalen nicht in Frage.   

Wie die Nyse über die Offerte der Nasdaq entscheidet, soll sich bis kommenden Donnerstag zeigen: bis dahin will das Management Kreisen zufolge zusammenkommen und darüber beraten.  Zwar wäre der von US-Politikern und Patrioten befürchtete Ausverkauf der traditionsreichen Wall Street ans Ausland mit einer inländischen Lösung vom Tisch. Allerdings schwelt nun die Angst vor einem Jobverlust, vor allem wegen der von Nasdaq und der Rohstoffbörse ICE errechneten Synergien in Höhe von rund 740 Millionen Dollar. Auch Nyse-Chef Duncan Niederauer dürften die Avancen von Nasdaq-Pendant Robert Greifeld nicht gefallen. Denn es ist kein Geheimnis, dass Niederauer und Greifeld einander nicht ausstehen können. Das Angebot der Deutschen würde Niederauer hingegen zum Chef des größten Börsenbetreibers der Welt befördern.  

Die Aktionäre der Deutschen Börse fürchten unterdessen einen teuren Bieterkampf. Den Aktionären der Nyse dürfte vor allem der Baranteil des Nasdaq-Angebotes gefallen, das insgesamt rund 20 Prozent über der reinen Aktientausch-Offerte der Deutschen liegt. Gleichzeitig droht der Dax-Konzern Analysten zufolge bei einem Scheitern des Deals aus dem globalen Fusionspoker auszuscheiden.  

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