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25.04.2012

08:30 Uhr

„Occupy“-Bewegung

Die Gegner der Banken sind müde

VonTino Andresen, Christian Panster

In dieser Woche legen etliche Geldhäuser ihre Geschäftszahlen vor. Obwohl ein beträchtlicher Anteil der Menschen in Deutschland für eine Zerschlagung der Banken ist, erlahmt derweil die „Occupy“-Protestbewegung.

„Occupy“-Aktivisten im Regen: das Lager der Bankenprotestbewegung vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. dapd

„Occupy“-Aktivisten im Regen: das Lager der Bankenprotestbewegung vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.

Frankfurt, Düsseldorf„Still Occupied – 2012“, steht auf einem verblichenen Plakat am Eingang des Camps in Frankfurt geschrieben. Noch immer besetzt, auch 2012. In der Mitte des Geländes diskutieren drei junge Männer in Kapuzenpullis und zerrissenen Jeans mit Stadtpolizisten. Es geht um die Ordnung im Lager. Um kleine Dinge, die letztlich der großen Sache, dem Zerschlagen des Bankenkapitalismus, dienen sollen.

Außer der morgendlichen Diskussionsrunde ist es ruhig im Camp. Ein paar Touristen schlendern an dem bunten Zeltstädtchen vor der Europäischen Zentralbank (EZB) vorbei und knipsen mit ihren Digitalkameras. Max, der nur Max aus dem Camp heißen mag, sagt, dass sie weiter machen werden – bis zum Schluss, bis die Banken sich endlich besserten. Er zieht an seiner selbstgedrehten Zigarette und gähnt.

Die Streiter, so scheint es, sind nicht nur weniger, sie sind auch müde geworden. Und das obwohl sich in einer Umfrage des Online-Marktforschers mafo.de für Handelsblatt Online 43,7 Prozent der 1000 Befragten für eine Zerschlagung der Großbanken ausgesprochen haben.

Seit mehr als einem halben Jahr belagern in Frankfurt Anhänger der Antibankenbewegung die Europäische Zentralbank (EZB). Andernorts sind die Camps der ursprünglich an der New Yorker Wall Street entstandenen „Occupy“-Bewegung schon lange geräumt, in Berlin beispielsweise seit Jahresbeginn.

Kommentare (13)

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25.04.2012, 08:51 Uhr

Die Armut verteilt sich gerade in ganz Europa! Für die meissten Deutschen ist die "Euro-Krise" immernoch ein Fernseh- bzw. Medien Ereignis. Wenn die kritische Masse erreicht ist, kommen Sie in Massen wieder, dann allerdings nicht um zu Zelten!

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25.04.2012, 08:54 Uhr

WARUM WOHL?
Alle in Frankfurt tätigen Bankansgestellten müssen sich schon zu Gemüte führen, dass Menschen wegen Ihres Unmuts, Wut und Verzweiflung 6 Monate lang von ihrem grundgesetzlichem Recht auf Demonstration Gebrauch machen. Und daraus Sinnlosigkeit zu konstatieren gibt es wahrlich keinen Grund; vielleicht eher ein Umherirren und Suchen wegen verspürter Machtlosigkeit.
Und in der Komplexität des Geschehens ist für Häme eines Beamten des Ordnungsamtes kein Grund ersichtlich. Eher ein Mangel der Differenzierung. Obwohl - eine gewisse Beziehung zwischen Obdachlosigkeit und ruinösem Finanzmarkt sehe ich schon.
Herr Dezernent hat wohl die Bankenkrise selber nicht richtig verstanden.
DARUM.

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25.04.2012, 09:23 Uhr

Falsch.

Die Eurokrise ist für die meisten Menschen in ganz Europa eine Medienkrise.

Selbst in Griechenland.

Sie sind absolut überzeugt von dem Gedanken, das wenn 10.000 Griechische Wutbrandpöbler in der Athener Innenstadt randale machen, dies die 10 Millionen Griechen repräsentiert.

Sie sind absolut davon überzeugt, das wenn in Spanien eine hohe Jugendarbeitslosigkeit herrscht, es 40 Millionen Spaniern schlecht geht.

Sie liegen falsch. Genauso falsch wie Occupy. Occupy wird verschwinden. Die Euro Krise wird gelöst werden. Neue Krisen werden kommen irgendwann. Neue Linksalternative Fuzzy werden sich zu irgendwelchen Abstrusen Vereinigungen zusammenschließen und "macht kaputt was euch kaputt macht" fodern. Neue deutsche Wutbürgerspinnern werden im Netz ihren Frust abladen, Frust über ihr eigenes Versagen oder einfach nur weil Sie zuviel Medien konsumieren die ihnen eine schlechte Welt einreden wollen.

Das ist jetzt so, 2012. Das war so, 1912. Das wird so sein, 2112. Business as usual.

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