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10.02.2016

16:02 Uhr

Ölpreisverfall

Standard & Poor's stuft texanische Banken herab

Nach Monaten des Preisrückgang werden für ein Barrel Rohöl nur noch rund 30 Dollar fällig. Die Konsequenzen bekommen nun US-Regionalbanken zu spüren. Schuld ist die hohe Zahl von Krediten an Energie-Konzerne.

Standard & Poor's stufte BOK Financial, und Comerica auf BBB+ von A-, Cullen/Frost Bankers auf A- von A sowie Texas Capital Bancshares auf BB+ von BBB- herab. AFP

Texanische Flagge

Standard & Poor's stufte BOK Financial, und Comerica auf BBB+ von A-, Cullen/Frost Bankers auf A- von A sowie Texas Capital Bancshares auf BB+ von BBB- herab.

New YorkDie Talfahrt der Ölpreise wirkt sich auf die Kreditwürdigkeit von US-Regionalbanken in Bundesstaaten mit großer Erdölindustrie aus. Die Ratingagentur Standard & Poor's senkte am Dienstag die Bonitätsnote für vier kleinere Institute aus Texas und Oklahoma.

Grund sei die hohe Zahl von Krediten der Geldhäuser an Energie-Konzerne, die unter dem Preisverfall litten. Selbst wenn die Ölpreise wieder moderat stiegen, drohten den Banken in den kommenden zwei Jahren steigende Kreditausfälle, argumentierte S&P und senkte den Ausblick für die Institute auf negativ. Die Agentur stufte BOK Financial, und Comerica auf BBB+ von A-, Cullen/Frost Bankers auf A- von A sowie Texas Capital Bancshares auf BB+ von BBB- herab.

Die Chronik des Ölpreisverfalls

Der Verfall

Ein weltweites Überangebot bei schwächelnder Nachfrage setzt dem Ölpreis immer stärker zu. Noch im Juni 2014 kostete ein Barrel (Fass zu je 159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent 115,7 Dollar. Derzeit kostet ein Fass Öl aus der Nordsee weniger als 33 Dollar.

Die Gründe

Ein Grund für das Überangebot ist der Schieferölboom in den USA. Ein anderer ist die Förderpolitik der Opec, die anders als in früheren Jahren den Preis nicht durch die Senkung von Fördermengen stützen will oder kann. Stattdessen kämpfen die Kartellmitglieder mit Rabatten um ihre Marktanteile. Diese Preis-Meilensteine durchschritt die Ölsorte Brent seit Anfang 2015:

7. Januar 2015

Der Brent-Preis fällt zum ersten Mal seit Mai 2009 unter 50 Dollar je Fass.

13. Januar 2015

Mit 45,19 Dollar erreicht Brent den niedrigsten Stand seit März 2009.

3. Februar 2015

Spekulationen auf einen deutlichen Rückgang des Überangebots treiben den Preis für Brent wieder über 55 Dollar.

6. Mai 2015

Export-Ausfälle in Libyen schüren Spekulationen auf einen Versorgungsengpass: Der Ölpreis steigt bis auf 69,63 Dollar.

3. August 2015

Erstmals seit Januar rutscht Brent wieder unter die 50-Dollar-Marke. Auslöser ist ein Rekordanstieg der Ölproduktion der Opec-Länder im Juli.

24. August 2015

Aus Sorgen vor einer deutlichen Abkühlung der chinesischen Wirtschaft machen Anleger einen großen Bogen um Öl. Brent verbilligt sich um bis zu 6,5 Prozent auf 42,51 Dollar. Damit kostet das Nordsee-Öl so wenig wie zuletzt im März 2009.

8. Dezember 2015

Nachdem die Opec ihre Förderpolitik bestätigt hat und in der Abschlusserklärung nicht einmal mehr eine Zahl für die Obergrenze der Produktion auftaucht, gehen die Notierungen erneut in die Knie: Brent fällt auf bis zu 39,81 Dollar und ist damit so billig wie zuletzt im Februar 2009.

21. Dezember 2015

Brent kostet mit rund 36 Dollar so wenig wie zuletzt im Juli 2004.

4. Januar 2016

Nach der Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen im sunnitischen Saudi-Arabien eskaliert der seit langem schwelende Konflikt zwischen dem Iran und dem Königreich. Dies macht eine gemeinsame Linie der beiden Opec-Mitglieder in der Ölpolitik unwahrscheinlich. Die Preise nehmen ihre Talfahrt wieder auf.

7. Januar 2016

Brent stürzt um sechs Prozent auf 32,16 Dollar ab und notiert damit so niedrig wie zuletzt im April 2004. Damals hatte der Preis zuletzt die 30-Dollar-Marke unterschritten.

Nach Monaten des Preisrückgangs werden für ein Barrel (159 Liter) Rohöl derzeit nur noch rund 30 Dollar fällig, zu Hochzeiten waren es einmal 115 Dollar. Grund für den Preisverfall ist eine Nachfrageflaute - auch wegen des langsameren Wirtschaftswachstums in China - kombiniert mit einer Überproduktion. Mit konstanten Förderraten wollen klassische Ölförderländer der Opec ihre Marktmacht gegenüber den aufstrebenden US-Schiefergas-Produzenten verteidigen.

Von

rtr

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