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17.04.2012

15:15 Uhr

OeNB-Einschätzung

„Österreichs Banken erfüllen Kapitalvorgaben“

Obwohl österreichische Banken im Vergleich zur Konkurrenz im Schnitt unterkapitalisiert sind, geht die Oesterreichische Nationalbank davon aus, dass die Institute die internationalen Kapitalvorgaben erfüllen werden.

Der Hauptsitz der Oesterreichischen Nationalbank in Wien. Reuters

Der Hauptsitz der Oesterreichischen Nationalbank in Wien.

WienDie Oesterreichische Nationalbank ist zuversichtlich, dass die Banken der Alpenrepublik die internationalen Kapitalvorgaben erfüllen. Zwar seien österreichische Institute im Vergleich zur Konkurrenz im Schnitt immer noch unterkapitalisiert, sagte OeNB-Vorstandsdirektor Andreas Ittner am Dienstag in Wien. Dennoch könnten die Banken die Ziele erfüllen.

Bis Mitte des Jahres müssen die größten europäischen Banken - darunter die Erste Group und die Raiffeisen-Gruppe - nach Vorgabe der EU-Bankenaufsicht EBA unter bestimmten Stressszenarien eine harte Kernkapitalquote von neun Prozent erreichen. Die österreichischen Aufseher schreiben den Instituten ab 2016 eine Kapitalquote bis mindestens zehn Prozent vor - allerdings unter einer anderen Definition.

Das sehr überschaubare Engagement österreichischer Banken in Spanien bereite ihm kein Kopfzerbrechen, sagte Ittner. Es sei nicht vergleichbar mit der Situation in Griechenland.

Um angeschlagene Banken wie die Österreichische Volksbanken AG künftig schneller sanieren zu können, forderte Ittner ein Bankeninsolvenzrecht. „Was wir brauchen, ist, früher einen konkreten auf die Situation abgestimmten verbindlichen Sanierungsplan verlangen zu können“, sagte er. Bislang habe die Nationalbank, die in Österreich gemeinsam mit der Finanzmarktaufsicht die Banken kontrolliert, keine Maßnahmen, um die Durchsetzung von Sanierungsplänen auch konkret einzufordern. Vielmehr ziehe sich die Sanierung einer Bank bei einer absehbaren Schieflage oft durch die Abstimmung mit den Eigentümern in die Länge. Durch ein neues Gesetz könnte sich das ändern. „Wenn die Aktionäre wissen, dass es Zeitpunkte gibt, wo man nicht mehr verhandeln kann, gehe ich davon aus, dass sie auch ambitioniertere Pläne vorlegen werden“, sagte Ittner. Es gehe darum, bereits vor der Insolvenz eines Instituts als letzten Ausweg einen Umbau in die Wege zu leiten.

Von

rtr

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