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03.03.2012

17:04 Uhr

Österreich

Kommunalkredit braucht weitere Milliardenhilfe

Der Schuldenschnitt Griechenland wird beim verstaatlichten Gemeindefinanzierer Kommunalkredit ein dickes Loch in die Finanzierung reißen. Experten rechnen mit Hilfsbedarf von einer Milliarde Euro.

Die österreichische Finanzministerin Maria Fekter spricht von weiterem Hilfsbedarf. Reuters

Die österreichische Finanzministerin Maria Fekter spricht von weiterem Hilfsbedarf.

WienDer bereits 2008 verstaatlichte österreichische Gemeindefinanzierer Kommunalkredit benötigt bis zu einer Milliarde Euro an weiteren Staatshilfen. Grund seien Belastungen durch den griechischen Schuldenschnitt, sagte Österreichs Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) am Samstag dem österreichischen Radiosender Ö1. Die Kosten würden aber steigen, sollte Griechenland als Insolvenzfall eingestuft und Kredit-Ausfallversicherungen (CDS) fällig werden. „Dann braucht diese Bank auf einen Schlag sehr viel Geld - in etwa um eine Milliarde Euro.“ Für 600 Millionen Euro sei bereits Vorsorge getroffen worden, „die weiteren 400 Millionen Euro sind noch als Risiko zu bezeichnen“.

Am Donnerstag hatte der Internationale Derivateverband (ISDA) entschieden, dass der Verzicht privater Gläubiger, auf den sich Griechenland mit Bankvertretern geeinigt hat, kein Kreditereignis darstellt. Damit werden die Kredit-Ausfallversicherungen vorerst nicht ausgezahlt. Investoren die sich mit Credit Default Swaps (CDS) abgesichert haben, gehen leer aus. Das Expertengremium erklärte jedoch, die Lage in Griechenland könne sich immer noch ändern - je nachdem könne sich dann immer noch ein Kreditereignis ergeben, durch das die CDS fällig würden.

Nach Angaben von Fekter könnten auf Österreich auch für die 2009 verstaatlichte Hypo Alpe Adria (HGAA) zusätzliche Kosten zukommen. Sollte es der Bank nicht gelingen, sich von Risikogeschäften zu trennen, müssten diese mit mehr Eigenkapital unterlegt werden. In diesem Fall könnte die HGAA noch einmal um Staatshilfe ersuchen, sagte die österreichische Finanzministerin.

Fekter verteidigte die Teilverstaatlichung der Österreichischen Volksbanken AG (ÖVAG). Ein Zusammenbruch der Bank hätte weitreichende Folgen für das Finanzsystem gehabt, sagte sie. Österreich hatte vergangene Woche angekündigt, bis zu 49 Prozent an dem kriselnden Volksbanken-Spitzeninstitut zu übernehmen. Insgesamt kostet die Rettungsaktion für die ÖVAG Österreich 950 Millionen Euro an frischem Kapital und Abschreibungen. Weitere 100 Millionen Euro kommen in Form von neuen Garantien hinzu.

Von

rtr

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