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21.02.2014

18:08 Uhr

Österreich sucht Hilfe

Dirk Notheis soll Hypo-Alpe aus der Krise führen

Österreich holt sich in der Hypo-Alpe-Krise Hilfe von außen: Der umstrittene deutsche Investmentbanker Dirk Notheis soll die Bank aus der Krise führen. Die Skandalbank verliert gerade ihren Aufsichtsratschef.

Dem Expertengremium gehört unter anderem der über die EnBW-Affäre gestürzte Ex-Investmentbanker Dirk Notheis an. dpa

Dem Expertengremium gehört unter anderem der über die EnBW-Affäre gestürzte Ex-Investmentbanker Dirk Notheis an.

WienÖsterreich will mit Hilfe externer Berater aus der Hypo-Krise steuern. Die Regierung habe ein internationales Expertengremium engagiert, dem unter anderen der über die EnBW-Affäre gestürzte Ex-Investmentbanker Dirk Notheis angehören soll, sagte Finanzminister Michael Spindelegger am Freitag. Die Fachleute sollen die Politik bei der Entscheidung für ein Modell zur Abwicklung der maroden ehemaligen BayernLB-Tochter unterstützen. Auf die Expertise von Aufsichtsratschef Klaus Liebscher kann Österreich bei der Abwicklung der Bank nicht mehr zählen: Einem Bericht des „Standard“ zufolge legt er sein Amt nieder. Das bestätigte eine mit der Situation vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Die Bank wollte sich dazu zunächst nicht äußern. Notheis war Deutschland-Chef von Morgan Stanley.

Die Zeit für eine Lösung der Krise drängt: Ratingagenturen wie Fitch und Moody's rügen bereits den Schlingerkurs Österreichs, das sich gut vier Jahre nach der Notverstaatlichung immer noch alle Optionen für die Zukunft des Instituts offen hält. Bis zur ersten Märzwoche solle nun eine bereits bestehende Gruppe von Finanzexperten Details für verschiedene Zukunftsvarianten für die Hypo ausarbeiten. Zur Debatte steht dabei zum einen eine staatlichen Bad Bank, in die die Hypo ihre unverkäuflichen und nicht lebensfähigen Teile auslagern könnte. Dadurch würde jedoch die Staatsverschuldung auf rund 80 von zuletzt gut 74 Prozent ansteigen. Die Regierung fasst daher auch eine Insolvenz ins Auge. Eine endgültige Entscheidung solle bis Ende März fallen.

„In dieser Situation ist es sehr notwendig, dass man mit Sorgfalt vorgeht“, sagte der Finanzminister. Spindelegger wollte sich am Freitag daher nicht auf eine der Varianten festlegen: Er sei kein Verfechter einer Bad Bank für die Hypo. „Die Politik muss offen sein für verschiedene Varianten.“ Ebenso vage blieb er bei einer möglichen Insolvenz. Diese stehe zwar derzeit nicht zur Debatte. „Aber ich habe immer gesagt, es gibt auch keine Tabus in der Betrachtung“, schränkte er ein. Der ÖVP-Politiker und Parteichef hatte das Finanzministerium nach den Parlamentswahlen im Dezember von seiner umstrittenen Vorgängerin Maria Fekter übernommen.

Größte Banken der Welt (nach Bilanzsumme)

Platz 11

Deutsche Bank
Deutschland
1955 Milliarden Euro

Stand: Ende Juni 2015. Quelle: Bloomberg.

Platz 10

Barclays
Großbritannien
1960 Milliarden Euro

Platz 9

Bank of America
USA
1998 Milliarden Euro

Platz 8

BNP Paribas
Frankreich
2078 Milliarden Euro

Platz 7

Mitsubishi UFJ
Japan
2224 Milliarden Euro

Platz 6

JP Morgan Chase
USA
2402 Milliarden Euro

Platz 5

Bank of China
China
2408 Milliarden Euro

Platz 4

HSBC
Großbritannien
2489 Milliarden Euro

Platz 3

Agricultural Bank of China
China
2531Milliarden Euro

Platz 2

China Construction Bank
China
2627 Milliarden Euro

Platz 1

Industrial and Commercial Bank of China (ICBC)
China
3216 Milliarden Euro

Bereits in den vergangenen Monaten hatten sich verschiedene Berater über die Zukunft der Hypo den Kopf zerbrochen. Der neu engagierte Notheis war vor anderthalb Jahren wegen der Affäre um die Verstaatlichung des deutschen Energieversorgers EnBW zurückgetreten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 45-Jährigen wegen Beihilfe zur Untreue. Er weist den Vorwurf zurück.

An der Bonitätsnote Österreichs ändert die lange Entscheidungsfindungsphase dank der soliden Finanzausstattung des Landes vorerst nichts. Fitch bewertet die Alpenrepublik weiterhin mit der Höchstnote „AAA“ und einem stabilen Ausblick. Auch bei Moody's verfügt Österreich noch über die Spitzennote – allerdings mit negativem Ausblick, was auf eine mögliche Verschlechterung hindeutet. Eine neue Einschätzung zur Kreditwürdigkeit Österreichs will Moody's Ende kommender Woche veröffentlichen.

Österreich hatte die Hypo Alpe Adria Ende 2009 notverstaatlicht, weil die frühere Mutter BayernLB kein Geld mehr in das Institut stecken wollte, das sich mit einer massiven Expansion am Balkan verhoben hat. Auf Geheiß der EU-Wettbewerbshüter muss die Alpenrepublik die Bank nun im Gegenzug für milliardenschwere Staatshilfen abbauen.

Kommentare (1)

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UnkrautVergehtNicht

21.02.2014, 19:18 Uhr

Vielleicht hat der Notheis auch noch ´nen Job für seinen Spezi Mappus ...

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