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09.01.2007

09:32 Uhr

Österreicher kaufen Kreditkartengeschäft

Erste Bank greift erneut im Osten zu

Die österreichische Erste Bank kauft mit Diners Club Adriatic (DCA) eine der beiden größten Kreditkartengesellschaft in Kroatien. Der Kaufpreis steht noch nicht fest, wie die Bank gestern in Wien mitteilte. Er ist vom Gewinn des Geschäftsjahres 2006 abhängig und dürfte die Summe von 153 Mill. Euro nicht übersteigen.

oli WIEN. Die Österreicher setzten damit ihre Strategie fort, in Mittel- und Osteuropa zu expandieren. Erst vor wenigen Tagen hatte die Erste Bank angekündigt, bis Ende dieses Monats für knapp 80 Mill. Euro die Bank Prestige in der Ukraine vollständig zu übernehmen. Im Oktober war die milliardenschwere Übernahme der Mehrheit an der rumänischen Banca Commerciala Romana abgeschlossen worden, zu deren Finanzierung eine Kapitalerhöhung notwendig geworden war. Mit an die 16 Mill. Kunden in Mittel- und Osteuropa ist die Erste Bank nach der Unicredit-Gruppe die größte ausländische Bank in der Region.

Die Transaktion in Kroatien soll im ersten Quartal 2007 abgeschlossen werden und unterliegt noch den Genehmigungen der Aufsichtsbehörden. Verkäufer der 190 Mitarbeiter starken DCA sind drei Privatpersonen. Die DCA liegt mit einem Marktanteil von 28,9 Prozent und rund 450 000 ausgegebenen Kreditkarten in etwa gleichauf mit American Express und ist etwas größer als Mastercard. Der Gesamtumsatz, der überwiegend aus Provisionseinnahmen besteht, betrug im Jahr 2005 rund 50 Mill. Euro, der Reingewinn 8,5 Mill. Euro. Der Kauf wird laut Erste Bank „beträchtliche Synergien“ im Bereich Konsumfinanzierung und eine deutliche Erhöhung der Provisionseinnahmen in Mittel- und Osteuropa nach sich ziehen. Das kombinierte Kartengeschäft der bereits bestehenden Erste Bank Croatia und der dazu kommenden DCA werde sich auf mehr als eine Million Karten belaufen.

Bei den Analysten kommt die Strategie der Ersten Bank gut an. So hat Bear Stearns das Kursziel für die Aktie der Bank jetzt erhöht. Der Konzern bleibe eine der stärksten „Wachstums-Stories“ im europäischen Bankenbereich, heißt es. Die Bank sei mit ihren Tochterunternehmen in Tschechien, der Slowakei und nun auch Rumänien gut positioniert.

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