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30.10.2013

16:05 Uhr

Österreichische Bank

Erste Group kommt langsam aus der Krise

Die Erste Group macht Fortschritte beim Abbau fauler Kredite. Auch das Kreditgeschäft zieht leicht an. Bank-Chef Treichl erklärte: „In düsteren Zeiten ist man mit kleinen Dingen zufrieden.“

Erste Group Bank in Wien: „Die Ergebnisse sind ein großer Schritt in die richtige Richtung.“ Reuters

Erste Group Bank in Wien: „Die Ergebnisse sind ein großer Schritt in die richtige Richtung.“

WienDie österreichische Erste Group kämpft sich in kleinen Schritten aus der Wirtschaftskrise in Osteuropa. Im dritten Quartal machte das Sparkassenspitzeninstitut erstmals seit 2008 sichtbare Fortschritte beim Abbau fauler Kredite. Zudem zog das unter den niedrigen Zinsen leidende Kreditgeschäft im Vergleich zum Vorquartal leicht an. „In düsteren Zeiten ist man mit kleinen Dingen zufrieden“, sagte Bankchef Andreas Treichl. Das sahen auch die Anleger so: Die Erste-Aktie legte in der Spitze vier Prozent zu und war damit der größte Gewinner im ATX. „Die Ergebnisse sind ein großer Schritt in die richtige Richtung“, erklärten die Experten von Bank of America Merrill Lynch.

Die Erste Group ist der drittgrößte Kreditgeber in Osteuropa - nach Konkurrenten wie der UniCredit -Tochter Bank Austria und der Raiffeisen Bank International. Das Institut ist daher maßgeblich von der Wirtschaftsentwicklung in der Region abhängig und hofft mit dem anspringenden Konsum auf eine steigende Kreditnachfrage. Obwohl diese bislang ausblieb, gebe es „erste ermutigende Zeichen für eine Trendumkehr“, sagte Treichl. In Österreich und Tschechien habe die Kreditnachfrage wieder angezogen. Der Zinsüberschuss legte im Quartalsvergleich um 2,5 Prozent zu.

Von den Höhenflügen vor der Finanzkrise ist die Bank aber noch weit entfernt. Trotz der jüngsten Fortschritte ist noch fast jeder zehnte Kredit ausfallgefährdet. Die entsprechende Quote ging im Quartalsvergleich auf 9,6 von 9,7 Prozent zurück. Vor Ausbruch der Krise, im Herbst 2008, hatte sie bei 2,5 Prozent gelegen. Grund für den Rückgang ist die bessere Wirtschaftsentwicklung in Rumänien, von der die Erste im Geschäft mit Privatkunden sowie Klein- und Mittelbetrieben profitiert. In der Krise konnten viele von ihnen ihre Schulden nicht rechtzeitig tilgen. Die Bank musste dafür hohe Vorsorgen bilden, die sie nun sukzessive wieder auflöst. Im Gesamtjahr sollen diese Risikovorsorgen konzernweit um zehn bis 15 Prozent sinken, bekräftigte die Bank. Das Betriebsergebnis werde um bis zu fünf Prozent schrumpfen.

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