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29.08.2012

09:02 Uhr

Österreichische Bank

Gewinn von Raiffeisen International bricht ein

Das Kreditinstitut Raiffeisen International erleidet einen Gewinneinbruch. Die Österreicher müssen mehr Geld für faule Kredite zurücklegen. Deren Zahl stieg zuletzt leicht an.

Die österreichische Bank Raiffeisen International erleidet einen Gewinneinbruch. Reuters

Die österreichische Bank Raiffeisen International erleidet einen Gewinneinbruch.

WienDer Gewinn der Raiffeisen Bank International hat sich im zweiten Quartal wegen einer höheren Vorsorge für faule Kredite mehr als halbiert. Unter dem Strich stand ein Plus von 160 Millionen nach 345 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie die Bank am Mittwoch mitteilte.

Trotz des starken Rückgangs schnitt die Bank damit etwas besser ab als Analysten erwartet hatten. Für das zweite Halbjahr rechnet das Institut mit einem weiteren "leichten Anstieg des Volumens der notleidenden Kredite", hieß es in der Mitteilung.

Das sind die größten Banken Europas

Platz 9

Barclays (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 36,1 Milliarden Euro

Platz 9

Deutsche Bank (Deutschland) - Marktkapitalisierung (2011): 36,1 Milliarden Euro

Platz 8

Royal Bank of Scotland (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 36,6 Milliarden Euro

Platz 7

UBS (Schweiz) - Marktkapitalisierung (2011): 41,3 Milliarden Euro

Platz 6

BNP Paribas (Frankreich) - Marktkapitalisierung (2011): 45,4 Milliarden Euro

Platz 5

Standard Chartered (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 45,5 Milliarden Euro

Platz 4

Allied Irish Banks (Irland) - Marktkapitalisierung (2011): 48,8 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander (Spanien) - Marktkapitalisierung (2011): 54,3 Milliarden Euro

Platz 2

Sberbank (Russland) - Marktkapitalisierung (2011): 55,9 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC Holdings (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 120,8 Milliarden Euro

In der Raiffeisen Bank International hat die Raiffeisen-Bankengruppe ihr Geschäft mit großen Firmenkunden gebündelt. Das Institut ist in Osteuropa in großen Märkten wie Russland, Polen, Ungarn, Rumänien und einer Reihe kleinerer Staaten tätig. Durch die dort teilweise schrumpfende Wirtschaft laufen auch die Geschäfte von Firmen schlechter - daher müssen Banken höherer Vorsorgen für faule Kredite bilden.

Dieses Auf und Ab bestimmt mangels anderer Gewinntreiber auch die Bilanzen von Mitbewerbern: Die Erste Group musste wegen der mauen Wirtschaftsentwicklung in Ungarn und Rumänien nach dem zweiten Quartal zum zweiten Mal in Folge ihre Gewinnprognose senken.

Im Kerngeschäft kam die Raiffeisen Bank International im zweiten Quartal nicht vom Fleck: Wegen der niedrigen Zinsen sank der Zinsüberschuss. Ebenso gingen Provisionsgewinn und Handelsergebnis leicht zurück. Besserung ist im restlichen Jahresverlauf nicht in Sicht: Das Geschäftsvolumen werde im Gesamtjahr wegen des mauen Wirtschaftsumfeldes und strengerer Kapitalvorschriften stagnieren, erklärte die Bank.

Allerdings wachsen die Länder in Osteuropa im Durchschnitt weiterhin stärker als die meisten Staaten in Westeuropa. Darum halten die österreichischen Banken, die zu den größten Kreditgebern in der Region zählen, an ihren Töchtern in Zentral- und Osteuropa fest. "Die Tatsache, dass sich Zentral- und Osteuropa deutlich besser entwickelt hat als die Eurozone, stimmt mich für die zweite Jahreshälfte positiv", sagte Vorstandschef Herbert Stepic.

Die RBI hat zuletzt mit der rund 600 Millionen Euro schweren Übernahme der Polbank ihr Polen-Geschäft deutlich ausgebaut. Der Zukauf soll dem Institut ab 2013 Kosteneinsparungen von 40 bis 50 Millionen Euro pro Jahr bringen.

Von den Plänen für eine Kapitalerhöhung hat sich die Bank trotz der mauen Kursentwicklung nicht verabschiedet. Sie stelle - abhängig von der weiteren Entwicklung der Märkte - eine mögliche Option dar, bekräftigte die RBI. Die Mutter Raiffeisen Zentralbank, die die Regulierer für ihre Kapitaltests heranziehen, steigerte ihre harte Kernkapitalquote per Ende Juni auf 10,6 Prozent. Bei der RBI lag diese zentrale Kenngröße bei 10,1 Prozent.

Von

rtr

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