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11.04.2017

18:52 Uhr

Österreichische Banken

Notenbank fordert Kostensenkungen

Der Notenbank-Vizechef erwartet von den österreichischen Geldhäusern, die Kosten-Quote zu senken. Den Richtwert von 50 Prozent hält nur eine Bank ein. Die Raiffeisen Bank International will in Polen 950 Stellen streichen.

Die stark in Osteuropa vertretenen österreichischen Banken würden derzeit nicht kräftig genug an der Kostenschraube drehen, kritisiert die Zentralbank. Reuters, Sascha Rheker

Raiffeisen Bank International

Die stark in Osteuropa vertretenen österreichischen Banken würden derzeit nicht kräftig genug an der Kostenschraube drehen, kritisiert die Zentralbank.

WienDie Oesterreichische Nationalbank verlangt von den Finanzinstituten des Landes angesichts schwächelnder Geschäfte deutliche Einsparungen. "Die Banken sollen die Zeit der niedrigen Wertberichtigungen nutzen, um in Kostenreduktionen zu investieren und sich fitzumachen für eine Normalisierung der Zinslandschaft", forderte Notenbank-Vizechef Andreas Ittner am Dienstag. Spielraum sieht der Währungshüter vor allem bei der Filialzahl. Zugleich müssten die Banken in die Digitalisierung und ihre IT-Systeme investieren.

Die stark in Osteuropa vertretenen österreichischen Banken würden derzeit nicht kräftig genug an der Kostenschraube drehen, sagte Ittner. Die in diesem Zusammenhang wichtige Kosten-Quote sei 2016 im Schnitt auf knapp 67 Prozent gestiegen nach gut 63 Prozent im Jahr davor. Er sei der Meinung, dass mittelfristig eine durchschnittliche Filial-Bank unter 50 Prozent kommen müsse. Die einzige österreichische Bank, die diese Erwartungen erfüllt ist die dem Finanzinvestor Cerberus gehörende Bawag. Sie kam zuletzt auf eine Kosten-Quote von gut 44 Prozent. Die Raiffeisen Bank International (RBI) lag zum Vergleich zuletzt mit 60,7 Prozent deutlich darüber.

Einsparungen: Bei der Raiffeisen Bank in Polen sollen bis zu 950 Stellen wegfallen

Einsparungen

Bei der Raiffeisen Bank in Polen sollen bis zu 950 Stellen wegfallen

Bis 2018 sollen bis zu 70 Filialen geschlossen werden: Nach gescheiterten Verkaufsverhandlungen im Jahr 2016 setzt die Raiffeisen Bank International nun auf Verkleinerung. In einen Bereich soll jedoch investiert werden.

RBI-Chef Johannn Strobl räumte bereits ein, dass man mit der Quote nicht zufrieden sei und will sie mittelfristig auf 50 bis 55 Prozent senken. Den Hebel ansetzen will der Manager vor allem in Polen, wo bis zu 950 Stellen gestrichen werden sollen.

Sparspielraum sieht Ittner bei den Filialen. Zwar sei seit der Finanzkrise 2008 durch Fusionen die Zahl der Banken um fast ein Viertel auf 570 zurückgegangen. Die Filialdichte sei aber im Vergleich weiterhin recht hoch. In Österreich kommen 2100 Einwohner auf eine Filiale, in Deutschland seien es 2400, in Finnland 5200 und in den Niederlanden 9600 Einwohnern pro Bankstandort. Zudem versorge ein Bankmitarbeiter in Österreich 118 Einwohner, während es in Deutschland 126, in Italien 203 und in Finnland 250 seien.

Von

rtr

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