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10.11.2011

09:20 Uhr

Österreichische Banken

Raiffeisen braucht Kapital, Övag eine „Bad Bank“

Die Österreichischen Volksbanken wollen eine „Bad Bank“ gründen, um weiter zu schrumpfen. Die Raiffeisen Zentralbank hat dagegen Probleme mit der neuen Kernkapitalquote.

Blumen-Logo der Raiffeisen-Bank in Kiew AFP

Blumen-Logo der Raiffeisen-Bank in Kiew

WienÖsterreichs Banken sorgen für Schlagzeilen: Während die Raiffeisen Zentralbank mehr Kapital benötigt, um die Kernkapitalquote zu erfüllen, schaffen sich die Volksbanken eine „Bad Bank“ an. Für die Österreichische Volksbanken AG (Övag) ist die Abbaubank Zeitungsberichten zufolge ein Teil ihrer Schrumpfungs-Strategie. In diese interne „Bad Bank“, die weiterhin dem Volksbanken-Sektor gehöre, solle das gesamte Kredit-Portfolio ausgelagert werden, berichtete der „Standard“ (Donnerstagausgabe).

Als Vehikel für die Bad Bank solle die übernommene Investkredit fungieren, die das Kredit- und Immobilienportfolio innerhalb von drei bis fünf Jahren abarbeiten solle. In die Gesellschaft würden auch die rumänische Volksbank und die Leasingsparte überführt, um sie später zu verkaufen, berichtete das Blatt. Laut „Wiener Zeitung“ soll die Övag nach der Abspaltung der „schlechten“ Geschäftsteile in die Bad Bank nur noch eine Bilanzsumme von zehn Milliarden Euro statt bislang 44 Milliarden haben.

Ein Övag-Sprecher sagte, die Bank habe bereits angekündigt, sich mittelfristig aus manchen Geschäftsbereichen zurückzuziehen. Zu den Abspaltungsplänen wollte er sich nicht äußern. Die Övag will künftig in einem neuen Haftungsverbund mit den regionalen Volksbanken nur noch als deren Zentralinstitut fungieren und Aufgaben wie etwa Marketing übernehmen. Dieser Abbau von Risiko soll dem Institut helfen, finanziell wieder auf eigenen Beinen zu stehen.

Die Raiffeisen Zentralbank benötigt derweil voraussichtlich mehr als die von den Bankaufsehern errechneten 1,9 Milliarden Euro an Kapital. „Der Kapitalbedarf könnte zum 30. September anders ausschauen, weil das Geschäftsvolumen schon aufgrund der Planungen noch gewachsen ist“, sagte RZB-Chef Walter Rothensteiner dem „Wirtschaftsblatt“ (Donnerstagausgabe). Der Anstieg werde aber nicht dramatisch ausfallen. „Wir werden die Vorgaben jedenfalls erfüllen“, sagte Rothensteiner.

Die europäischen Bankenaufseher (EBA) haben als Grundlage für ihre Berechnungen die Halbjahreszahlen der Banken herangezogen. Im dritten Quartal sei die Bilanzsumme der RZB aber gewachsen. Wie hoch der Kapitalbedarf ausfallen wird, um auf die vorgeschriebene harte Kernkapitalquote von neun Prozent zu kommen, ließ der RZB-Chef offen. Die RZB ist die Mutter der börsennotierten Raiffeisen Bank International.

Von

rtr

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