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11.11.2014

11:27 Uhr

ÖVAG

Krisenbank rutscht tiefer in Verlustzone

Die österreichische Krisenbank ÖVAG ist im dritten Quartal noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Da das Geldinstitut den Banken-Stresstest nicht bestanden hat, muss es bestimmte Teile in eine Bad Bank abspalten.

Die ÖVAG hat im dritten Quartal noch mehr Verlust angehäuft. dpa

Die ÖVAG hat im dritten Quartal noch mehr Verlust angehäuft.

WienDie vor der Abwicklung stehende österreichische Krisenbank ÖVAG hat in den ersten drei Quartalen einen Verlust von 230 Millionen Euro angehäuft. Damit rutschte das teilverstaatlichte Institut tiefer in die roten Zahlen: Im Vorjahreszeitraum stand ein Minus von 67 Millionen Euro zu Buche, wie die Bank am Dienstag mitteilte.

Ihren Abwicklungsplan habe die ÖVAG am Montag der EZB übermittelt, nachdem sie den europäischen Banken-Stresstest nicht bestanden hatte. Im Zuge dessen will das Institut seine nicht lebensfähigen Teile im ersten Halbjahr 2015 in eine Bad Bank abspalten. „Ziel der Rest-ÖVAG ist es, den Abbauprozess zügig fortzusetzen, die Verbindlichkeiten der Gläubiger planmäßig bei Fälligkeit zu bedienen und damit die ÖVAG final abzuwickeln“, hieß es im Zwischenbericht.

Weiter heißt es, die ÖVAG wolle vor ihrer Abwicklung noch Käufer für ihre ausländischen Töchter finden. Weite Teile ihrer Leasing-Aktivitäten in Osteuropa habe die Bank im laufenden Jahr bereits verkauft. Für das verbleibende Leasing-Geschäft und die Banktochter in Rumänien suche die ÖVAG weiter nach Abnehmern, erklärte die Bank in dem am Dienstag veröffentlichten Zwischenbericht. Sollte das Werben um neue Eigentümer nicht von Erfolg gekrönt sein, steht den Töchtern das gleiche Schicksal bevor wie der Mutter - die Abwicklung.

Der Schrumpfkurs – eine Kombination aus kostspieliger Abwicklung und mangelndem operativen Geschäft – lastete in den ersten drei Quartalen erneut auf der Bilanz: Die Bank häufte einen Verlust von 230 Millionen Euro an nach einem Minus von 67 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Eine kurzfristige Besserung sei nicht zu erwarten. Im Gesamtjahr werde voraussichtlich ein deutlicher Verlust anfallen.

Die ÖVAG hatte sich mit ihrer Expansion nach Osteuropa verhoben und musste bereits mehrfach vom Staat aufgefangen werden. Den jüngsten Stresstest der europäischen Aufseher hatte das Institut nicht bestanden. Diesmal waren die Eigentümer – die regionalen Volksbanken und der Staat – jedoch nicht bereit, die festgestellte Kapitallücke von 865 Millionen Euro zu stopfen.

Daher hatte die ÖVAG bereits vor der Veröffentlichung der Stresstest-Ergebnisse ihre eigene Abwicklung angekündigt: Die lebensfähigen Teile und zentrale Lenkungsaufgaben für den Volksbanken-Sektor sollen im ersten Halbjahr 2015 auf die Volksbank Wien übertragen werden. Der Rest wird abgewickelt - die ÖVAG soll in ihrer derzeitigen Form also vom Markt verschwinden. Einen entsprechenden Plan hatte das Institut am Montag den Aufsehern vorgelegt.

Damit das Spitzeninstitut den regionalen Volksbanken nicht mehr länger auf der Tasche liegt, soll die ÖVAG auch aus dem gemeinsamen Haftungsverbund ausscheiden. Ihre Schulden - die ÖVAG hatte mehrere Anleihen begeben - bleiben aber bei der Abbaubank. Deren Ziel sei es, die Schulden fristgerecht zurückzuzahlen und dabei ohne weitere Staatshilfen auszukommen. Bislang hatte das Institut - inklusive Garantien - bereits 1,35 Milliarden Euro an Steuergeldern erhalten.

Von

rtr

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