Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.12.2013

12:49 Uhr

ÖVAG

Staatshilfen für österreichische Volksbanken?

Die Bankenaufsehern haben der österreichischen Volksbanken-Gruppe eine Eigenmittelquote von 13,6 Prozent vorgeschrieben. Noch ist nicht klar, ob die Banken die Vorgaben ohne Staatshilfen erfüllen können.

Staatshilfen für die Österreichische Volksbanken-Gruppen sind nicht weiter auszuschließen. Zunächst wolle der Bankenverbund aber sämtliche andere Möglichkeiten ausschöpfen, um seine Kapitalpolster aufzustocken. dpa

Staatshilfen für die Österreichische Volksbanken-Gruppen sind nicht weiter auszuschließen. Zunächst wolle der Bankenverbund aber sämtliche andere Möglichkeiten ausschöpfen, um seine Kapitalpolster aufzustocken.

WienDie österreichischen Volksbanken werden möglicherweise im kommenden Jahr weitere Staatshilfen benötigen, um eine Kapitallücke zu schließen. „Wir können das nicht ausschließen“, sagte ein Sprecher. Zunächst wolle der Bankenverbund mit seinem kriselnden Spitzeninstitut ÖVAG aber sämtliche andere Möglichkeiten ausschöpfen, um seine Kapitalpolster aufzustocken. Dazu erwäge die Gruppe etwa Nachrangkapital-Anleihen, die die regionalen Volksbanken begeben sollen.

Die österreichischen Bankenaufseher haben der Volksbanken-Gruppe eine Eigenmittelquote von mindestens 13,6 Prozent vorgeschrieben. Noch ist aber nicht klar, bis wann der Verbund diese erfüllen muss - und wie groß die aktuelle Kapitallücke damit ist. Eine Entscheidung darüber erwartet die Institutsgruppe mit dem endgültigen Bescheid der Aufseher Ende Januar.

Die drei Stufen der EZB-Bankenprüfung

1. Stufe

Risikobewertung
In einem ersten Schritt prüft die EZB die Risiken in den Bankbilanzen. Dabei schaut sie auf die kurzfristig zur Verfügung stehenden Mittel (Liquidität), die Verschuldung und die Refinanzierung der Bank.

2. Stufe

Asset Quality Review
Im zweiten Schritt schaut sich die EZB mit einem einheitlichen Bewertungsmaßstab etwa für faule Kredite die Bestandteile der Bilanzposten an. Auf dieser Basis wird beurteilt, ob etwa ausreichende Rückstellungen gebildet worden sind. Dabei sind acht Prozent hartes Kernkapital als Zielquote vorgegeben – Banken, die darunter liegen, sollen voraussichtlich auf staatliche Auffangmechanismen zurückgreifen müssen.

3. Stufe

Stresstest
Als letzter Schritt vollzieht die EZB einen Stresstest: Wie reagieren die Bankbilanzen auf gewisse Risikoszenarien? Die Details für den Stresstest sind noch nicht bekannt. Alle drei Schritte sollen bis November 2014 vollzogen sein, wenn die EZB offiziell die Aufsichtsfunktion übernimmt.

Ende Oktober kam die Gruppe auf eine Eigenmittelquote von 15 Prozent. Allerdings sind dabei die für das laufende Jahr erwarteten Verluste des Spitzeninstituts von über 200 Millionen Euro und die neuen Eigenkapitalregeln nach Basel III noch nicht berücksichtigt. Ein Banksprecher sagte, das Institut mache Fortschritte beim Abbau seiner Bilanzsumme und der Stärkung der Kapitalquoten. Eine andere mit der Situation vertraute Person sagte, die Bankengruppe habe derzeit keinen dringenden Kapitalbedarf. Das Institut gehört zu jenen sechs österreichischen Banken, die künftig von der EZB beaufsichtigt werden.

Im Zuge ihrer Sanierung bildet die ÖVAG einen Verbund mit ihrem Haupteigentümern, den 48 regionalen Volksbanken. Der Staat hält 43,3 Prozent an der Gruppe und musste bereits mehrmals für die kriselnde Bank einspringen, die bisher 1,35 Milliarden Euro an Hilfen (inklusive Garantien) erhalten hat.

Das Spitzeninstitut ÖVAG wird nach eigener Einschätzung noch bis mindestens Ende 2015 rote Zahlen schreiben, während die regionalen Volksbanken Gewinne machen. Am Ende der wohl noch Jahre dauernden Sanierung will die ÖVAG ihr eigenes Geschäft weitgehend abstoßen und nur noch zentrale Aufgaben für die Volksbanken übernehmen. Dann will die Gruppe dauerhaft schwarze Zahlen schreiben.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×