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28.01.2005

19:40 Uhr

OEW und EDF greifen zu

Deutsche Bank und Trinkaus verkaufen EnBW-Anteile

Nach gut zwei Jahren steigen die Deutsche Bank und die Investmentbank HSBC Trinkaus & Burkhardt wieder beim drittgrößten deutschen Energieversorger Energie Baden-Württemberg (EnBW) aus. Das Paket geht zu gleichen Teilen an die EnBW-Großaktionäre OEW und EDF.

HB STUTTGART. Der französische Staatskonzern Electricite de France (EDF) und der kommunale Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW) hätten jeweils 5,94 % an der EnBW übernommen, teilten die beiden Banken in einer gemeinsamen Erklärung am Freitag mit. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Damit stockt die EdF ihren Anteil an der EnBW auf 44,9 % auf, kann zunächst jedoch nicht die Mehrheit übernehmen. Die OEW hält nun 40,4 %.

Die beiden Bankhäuser hatten die Beteiligung an dem Karlsruher Versorger Ende 2002 von kommunalen Eigentümern erworben, nach Angaben aus Branchenkreisen hatten sie damals zusammen 850 Mill. € dafür bezahlt.

Die EDF bestätigte die Transaktion in einer Mitteilung. Sie hatte Ende November die Aufstockung ihrer EnBW-Beteiligung auf 39 % gemeldet und damit das Gleichgewicht der Anteile mit der OEW ins Wanken gebracht. EDF und OEW hatten Optionen auf die von den Banken gehaltenen Anteile. Hätte die OEW jetzt nicht zugegriffen, hätte die EDF selbst kaufen und ihren Anteil damit auf mehr als 50 % aufstocken können.

Offen blieb zunächst, wie die OEW den Anteilskauf finanziert hat. Der Verband von neun Landkreisen zwischen Ulm und Bodensee gilt als kapitalschwach und schien bislang nicht gewillt, einen dreistelligen Millionenbetrag in EnBW-Aktien zu investieren. Der designierte baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger hatte deshalb versucht, Allianzen zu schmieden, um eine Mehrheit der Franzosen bei der EnBW zu verhindern. Der CDU-Politiker hatte sich in dieser Woche mit EDF-Chef Pierre Gadonneix getroffen.

Weitere EnBW-Pakete sind derzeit nicht auf dem Markt. Die EnBW selbst hält noch mehr als sieben Prozent eigene Anteile. „Wir haben nicht vor, weitere Aktien in den Markt zu werfen“, betonte ein Sprecher des Unternehmens. Der EDF-Anteil könnte sogar wieder sinken, wenn die OEW einen Teil eines im Sommer 2004 gewährten Gesellschafterdarlehens in EnBW-Aktien der EDF umtauscht. Dazu hat sie bis Ende Februar die Möglichkeit.

Das jetzt verkaufte Paket hatten Deutsche Bank und Trinkaus ursprünglich mit Blick auf einen geplanten Börsengang der EnBW gekauft. Nachdem dieses Vorhaben auf die lange Bank geschoben wurde, seien die Anteile nun abgestoßen worden, teilten die Banken mit. Die vorherigen Eigentümer, rund 100 Städte und Gemeinden aus Baden-Württemberg, die zusammen den Landeselektrizitätsverband Württemberg (LEVW) und den Gemeindeelektrizitätsverband Schwarzwald-Donau bildeten, hatten die Aktien an die Banken verkauft, weil sie nicht auf den Börsengang warten wollten. Seit Jahresbeginn hatten die Banken die Möglichkeit, die Aktien weiterzuveräußern.

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