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25.05.2011

15:56 Uhr

Offener Brief

Investor rechnet mit Deutscher Bank ab

Die Deutsche Bank bekommt Ärger: Der Investorenvertreter Hermes wirft Aufsichtsratschef Börsig Versagen bei der Suche nach einem Ackermann-Nachfolger vor. Auch in Sachen Vorstandsgehälter fallen deutliche Worte.

Aufsichtsratschef Börsig (m.) und Ackermann: "Beispiel für schwache Corporate Governance". Quelle: dapd

Aufsichtsratschef Börsig (m.) und Ackermann: "Beispiel für schwache Corporate Governance".

FrankfurtUnmittelbar vor der morgigen Hauptversammlung hat der Investorenvertreter Hermes Equity Ownership Services die Deutsche Bank scharf kritisiert. Das Londoner Unternehmen wirft dem Geldhaus unter anderem Versagen bei der Suche nach einem Nachfolger für Vorstandschef Josef Ackermann vor. "In Investorenkreisen wachsen Zweifel, ob der Aufsichtsrat der Deutschen Bank dieser Aufgabe in angemessener Weise gerecht wird", heißt es in einem Offenen Brief vom 24. Mai an Aufsichtsratschef Clemens Börsig und die anderen Kontrolleure, der dem Handelsblatt vorliegt.

Vor allem Börsig, der für die Nachfolgeregelung des Anfang 2013 ausscheidenden Ackermann mit zuständig ist, ist Ziel der Kritik. "Das bisherige Vorgehen bei der Nachfolgeregelung und die nun schon seit Jahren andauernde öffentliche Diskussion schaden nicht nur möglichen Kandidaten, sondern insbesondere auch dem Unternehmen Deutsche Bank", heißt es weiter in dem Brief, der von den Hermes-Managern Hans-Christoph Hirt und Hannes Stelten unterzeichnet wurde. Hermes vertritt bei der Deutschen Bank Pensionsfonds, die weniger als 0,5 Prozent an dem Institut halten.

Darüber hinaus kritisiert Hermes die Regelungen für die Vorstandsgehälter bei Deutschlands größtem Geldhaus. Es sei "weiterhin nicht möglich zu prüfen, ob das Vorstandsvergütungssystem einen Gleichlauf der Interessen langfristig orientierter Aktionäre und der Mitglieder des Vorstands sicherstellt", heißt es in dem Brief. "Die Deutsche Bank setzt so ein Beispiel für schwache Corporate Governance und wird ihrer Rolle als erste Vertreterin des Finanzstandorts Deutschlands nicht gerecht."

Die Geldinstitut hat mittlerweile auf die Vorwürfe reagiert. "Die Grundzüge der Vorstandsvergütung sind im Geschäftsbericht der Deutschen Bank auf neun Seiten ausführlich dargestellt", heißt es in einer Stellungnahme. "Für die Regelung der Nachfolge des Vorstandsvorsitzenden gibt es einen klar strukturierten Prozess. Der Aufsichtsrat wird zu gegebener Zeit seine Entscheidung treffen."

Unterdessen erweitert sich die Suche nach einem geeigneten neuen Bankchef offenbar auf einen breiteren Kreis von Kandidaten: Aufsichtsratschef Börsig suche jetzt einen externen Manager, der kein Banker, aber Vorstand bei einem bedeutenden Dax-Konzern ist und in Politik und Wirtschaft hohes Ansehen genießt, berichtete die "Financial Times Deutschland".

Zuletzt war auch der ehemalige Bundesbank-Chef Axel Weber als Anwärter auf die Nachfolge Ackermanns gehandelt worden, der spätestens 2013 in den Ruhestand gehen will. Aus der Bank selbst zählen Investmentbank-Chef Anshu Jain und Vorstand Hugo Bänziger zu den Kandidaten.

Kommentare (1)

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daMasta

25.05.2011, 10:38 Uhr

Man hätte anmerken sollen, dass mit "Hermes" der britische Finanzdienstleister Hermes Fund Managers Ltd. gemeint ist.
Ich glaube nicht, dass das jedem Leser klar ist, zumal diese Firma nichtmal einen Wikipedia-Eintrag, geschweige denn eine öffentlich zugängliche Website hat.

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