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30.09.2013

11:56 Uhr

Ohne Begründung

Italienische Großbank Intesa serviert Chef ab

Führungswechsel bei der italienischen Großbank Intesa Sanpaolo: Der Chef Enrico Cucchiani muss gehen, sein Stellvertreter übernimmt. Einen Grund nennt das Unternehmen nicht – offenbar gab es Streit.

Filiale der Intesa Sanpaolo: An der Spitze der Großbank steht ein Wechsel an. Reuters

Filiale der Intesa Sanpaolo: An der Spitze der Großbank steht ein Wechsel an.

RomDer frühere Allianz-Vorstand Enrico Cucchiani ist nach einem heftigen Streit mit dem Aufsichtsrat als Chef der italienischen Großbank Intesa Sanpaolo abgesetzt worden. In einer Mitteilung des Geldhauses hieß es am Sonntagabend, der 63-Jährige werde durch seinen Vize Carlo Messina ersetzt, der das für die Bank sehr wichtige Privatkundengeschäft leitet. Das Unternehmen nannte keine Gründe für die plötzliche Trennung.

Insidern zufolge steht Cucchiani wegen vieler einsamer Entscheidungen in der Kritik. Außerdem soll er sich wiederholt gegen die Rettung italienischer Firmen mit Intesa-Geld stark gemacht haben. Solche Deals, um krisengeschüttelte Unternehmen in italienischer Hand zu halten, lehnte er ab, weil sie aus seiner Sicht zu riskant für die Bank waren. Am Ende hatte er sich laut Reuters-Informationen mit dem mächtigen Chef-Kontrolleur Giovanni Bazoli sowie einflussreichen Aktionären überworfen.

Auch der zweitgrößte Investor der Bank, die Stiftung Fondazione Caripolo, sei unzufrieden mit Cucchiani, der seit November 2011 das Geldhauses leitet und früher im Vorstand der Allianz war. Zudem gebe es Kritik am Führungsstil des 63-Jährigen und seiner Zurückhaltung, italienischen Firmen unter die Arme zu greifen.

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Cucchiani kam im November 2011 zur größten italienischen Filialbank. Er ersetzte dort den langjährigen Firmenchef Corrado Passera, der damals in die Regierung von Mario Monti wechselte. Zuvor war Cucchiani lange im Allianz-Vorstand aktiv. Der Italiener, der an den US-Eliteuniversitäten Harvard und Stanford studierte und auch schon für die Unternehmensberatung McKinsey sowie das Modehaus Gucci gearbeitet hat, verantwortete bei Europas größtem Versicherer mehrere europäische und südamerikanische Märkte.

Treibende Kraft hinter der jetzigen Cucchiani-Absetzung war Insidern zufolge der 80-jährige Bazoli. Mehrere Stiftungen unterstützten ihn. Diese halten zusammen in etwa ein Viertel der Intesa-Aktien.

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