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20.05.2011

08:16 Uhr

Ohne Friedrich Merz

WestLB bereit zur Demontage

VonPeter Köhler, Robert Landgraf

Eigentümer und Vorstand der WestLB haben die Weichen für eine endgültige Aufteilung der Landesbank gestellt. Der CDU-Politiker Friedrich Merz wird dazu nicht mehr gebraucht. Morgan Stanley hingegen bleibt an Bord.

Kranhaken vor der WestLB: Die Selbstzerlegung der Bank hat begonnen. Quelle: dpa

Kranhaken vor der WestLB: Die Selbstzerlegung der Bank hat begonnen.

FrankfurtDie Eigentümer und der Vorstand der WestLB haben sich geeinigt. Die Veräußerung des gesamten Instituts wird in Abstimmung mit der Bundesregierung auf Eis gelegt. Dagegen werden die Zerschlagung der Bank und der Verkauf einzelner Teile jetzt „im Fokus stehen“, teilte die Bank am Donnerstag mit. In den kommenden Wochen werde dies mit mehreren Treffen in der Bank vorangebracht, sagte ein Insider.

Der CDU-Politiker und bisherige Veräußerungsbevollmächtigte Friedrich Merz erhält kein neues Mandat mehr. Eigentümer und Vorstand bedankten sich für die „zielgerichtete und professionelle Zusammenarbeit“. Merz hatte im vergangenen Jahr seine Erfolgschancen für den Komplettverkauf noch mit „fifty-fifty“ eingeschätzt. Die Investmentbank Morgan Stanley darf dagegen an Bord bleiben und den Teileverkauf betreuen.

Die WestLB soll künftig zu einer reinen Sparkassen-Zentralbank verkleinert werden. Dieses Institut wird allerdings mit einer Bilanzsumme von rund 45 Milliarden Euro nur noch etwa ein Viertel der ohnehin schon geschrumpften WestLB umfassen. Die EU-Wettbewerbshüter unter ihrem Kommissar Joaquín Almunia befürworten das Modell, fordern allerdings bis Ende Juni einen detaillierten Plan. Brüssel will den Fall bis zur Sommerpause vom Tisch haben.

Die WestLB musste in der Finanzkrise mit Milliardenaufwand von den Eigentümern und dem Bund gerettet werden und muss im Gegenzug für diese Wettbewerbsverzerrung nun drastische Auflagen erfüllen.

Für Verzögerungen könnte jetzt allerdings ein Streit innerhalb der Sparkassen sorgen. Während große Teile des bundesweiten öffentlich-rechtlichen Verbunds unter Führung des Dachverbands DSGV dafür plädieren, die Verbundbank in einem zweiten Schritt mit einem anderen Institut zu fusionieren, wollen die rheinischen Sparkassen die Verbundbank offenbar dauerhaft auf eigenen Füßen stehen lassen. „Da gibt es gegensätzliche Vorstellungen“, sagte ein Beobachter. Ein Sprecher der rheinischen Sparkassen wollte sich zur Zukunft der WestLB nicht äußern. Der Prozess der Aufteilung soll mit fünf Milliarden Euro an neuen Garantien seitens des Landes NRW abgesichert werden.

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