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25.07.2014

18:39 Uhr

Ohne frisches Kapital

Aareal-Bank will Staatshilfen zurückzahlen

Der Wiesbadener Immobilienfinanzierer Aareal Bank hat die Pläne zur Emission von zusätzlichem Kernkapital auf Eis gelegt. Auch ohne das frische Kapital sollen die Staatshilfen zurückgezahlt werden können.

Die Aareak-Bank verzichtet auf frisches Geld: „Wir sind auch so ausreichend kapitalisiert“, versichert ein Sprecher. PR

Die Aareak-Bank verzichtet auf frisches Geld: „Wir sind auch so ausreichend kapitalisiert“, versichert ein Sprecher.

FrankfurtDie Aareal Bank will ihre restlichen Staatshilfen auch ohne frisches Kapital in Kürze zurückzahlen. Der Antrag, die 300 Millionen Euro schwere Stille Einlage des Bankenrettungsfonds SoFFin „möglichst rasch“ zu tilgen, sei bereits gestellt, teilte der Wiesbadener Immobilienfinanzierer am Freitag mit. Eigentlich wollte die Aareal Bank die Hilfen mit zusätzlichem Kernkapital tilgen, das noch vor dem Sommer ausgegeben werden sollte. Diese Pläne legte die Bank nun aber auf Eis. „Die Unsicherheiten an den Märkten sind weiterhin hoch“, begründete ein Sprecher die vorläufige Absage. Das Geld für die SoFFin-Rückzahlung könne die Bank aber auch so aufbringen. „Wir sind auch so ausreichend kapitalisiert.“

Die Staatshilfen besserten die harte Kernkapitalquote der Aareal Bank Ende März um 1,8 Prozentpunkte auf. Ohne die 300 Millionen Euro liegt sie mit 11,9 Prozent aber ebenfalls über den künftigen verschärften Kapitalanforderungen.

Hohe Geldbußen für Banken

Einleitung

Für manipulierte Zinsen, fragwürdige Beratung bei Krediten oder für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte haben schon viele Banken mit hohen Summen büßen müssen. Einige Beispiele für Strafen im Zusammenhang mit Fehlverhalten von Finanzriesen.

Juli 2010

Die US-Investmentbank Goldman Sachs wendet eine Betrugsklage der US-Börsenaufsicht mit Zahlung einer Strafe von 550 Millionen US-Dollar ab. Die Börsenaufsicht SEC beschuldigte Goldman Sachs, Investoren bei einem komplexen Finanzgeschäft unzureichend informiert zu haben, darunter auch die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB.

Mai 2012

Die Deutsche Bank steht für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte einer Tochtergesellschaft in den USA gerade. Um eine Klage aus der Welt zu schaffen, zahlen die Frankfurter 202 Millionen US-Dollar. Der Bank drohte eine Strafzahlung und Wiedergutmachung von mehr als eine Milliarde Dollar. Die US-Justiz hatte der Tochter MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vorgeworfen.

Dezember 2012

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen ihrer Rolle bei der Manipulation des weltweit wichtigsten Referenzzinssatzes Libor Bußen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar. Wie die Bank mitteilt, leistete sie entsprechende freiwillige Strafzahlungen an US-, britische und Schweizer Behörden.

Januar 2013

Die Bank of America überweist insgesamt mehr als zehn Milliarden Dollar an den staatlich gestützten Hausfinanzierer Fannie Mae, um Streitigkeiten bei Hypotheken-Deals aus der Welt zu schaffen. In einem anderen Fall müssen das Geldhaus und neun andere Finanzfirmen wie JPMorgan Chase oder die Citigroup mit zusammen 8,5 Milliarden Dollar für fehlerhafte Hauspfändungen geradestehen.

August 2013

Britische Banken müssen wegen falscher Beratung von Kunden erneut Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Die Aufsichtsbehörde FCA verdonnerte 13 Institute und Kreditkartenaussteller zu Kompensationsleistungen von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Mrd Euro). Zu den bestraften Unternehmen zählen Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland (RBS).

September 2013

Das Debakel um einen 6,2 Milliarden US-Dollar hohen Spekulationsverlust hat für die größte US-Bank JP Morgan Chase ein teures juristisches Nachspiel. Mehrere Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien haben nach Angaben der US-Notenbank Fed Strafen über insgesamt rund 920 Millionen Dollar gegen das Institut verhängt.

Oktober 2013

Der Libor-Skandal kostet die niederländische Rabobank 774 Millionen Euro. Es ist die höchste Strafe in der Geschichte der Genossenschaftsbank. Die Bank hatte mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden einen außergerichtlichen Vergleich getroffen. Drei Viertel der Summe fließen in die USA an das Justizministerium und die Finanzaufsicht CFTC.

November 2013

JP Morgan Chase büßt mit 13 Milliarden Dollar (9,6 Milliarden Euro) für fragwürdige Hypotheken-Geschäfte. Die führende US-Bank hatte sich nach wochenlangem Tauziehen mit dem US-Justizministerium und anderen staatlichen Stellen auf diese Summe geeinigt. Es ist der bisher größte Vergleich mit einem einzelnen Unternehmen in der amerikanischen Geschichte.

Dezember 2013

Im Skandal um Zinsmanipulationen hat die Deutsche Bank von der EU-Kommission die branchenweit höchste Strafe aufgebrummt bekommen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verhängte gegen sechs internationale Großbanken Rekord-Geldbußen von zusammen 1,71 Milliarden Euro. Allein der deutsche Branchenprimus muss im Rahmen des Vergleichs 725 Millionen Euro zahlen.

Für die Stille Einlage, die sie nach der Finanzkrise vor fünf Jahren nach eigenen Angaben als reine Vorsichtsmaßnahme aufgenommen hatte, zahlte sie zuletzt 11,5 Prozent Zinsen. Der SoFFin muss der Rückzahlung formal zustimmen, wollte sich aber zunächst nicht dazu äußern.

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