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09.12.2011

16:47 Uhr

Ohne Staatshilfe

Strikter Sparkurs für Erste Bank

Ein strikter Sparkurs in Osteuropa soll der österreichischen Ersten Bank helfen, ihr Kapitalloch aus eigener Kraft zu stopfen. Erste-Chef Andreas Treichl bekräftigte am Freitag, dass er den Staat dafür nicht brauche.

Erste-Bank-Chef Andreas Treichl. Reuters

Erste-Bank-Chef Andreas Treichl.

Wien/Frankfurt743 Millionen Euro muss das Sparkassen-Spitzeninstitut bis Juni nächsten Jahres auftreiben, um wie von den Regulierern gefordert auf eine harte Kernkapitalquote von 9 Prozent zu kommen. Statt Staatshilfen will Treichl Randgeschäfte abbauen, Gewinne einbehalten und den Rotstift ansetzen - vor allem in Ungarn, wo bis zu 450 Jobs wegfallen und 43 Filialen aufgegeben werden. „Wir bleiben aber auch in Ungarn weiterhin ein Partner der Wirtschaft und sehen es als eine unserer Kernaufgaben an, der Wirtschaft Kredite zur Verfügung zu stellen“, betonte Treichl.

Dass Europas Banken wegen der strengeren Kapitalanforderungen deutlich weniger Kredite vergeben könnten, ist derzeit eine der größten Sorgen in der Realwirtschaft. Die Bankenaufsicht EBA hatte 31 Geldhäusern am Donnerstagabend einen Kapitalbedarf von 115 Milliarden Euro bescheinigt, davon entfallen 3,9 Milliarden auf österreichische Banken. Die Erste Bank ist einer der größten Finanzierer in Osteuropa. Ein Rückzug aus den dortigen Ländern sei auch nicht geplant, betonte Treichl. Jedoch müsse geprüft werden, wo die Bank sparen könne.

Ungarn ist ohnehin ein spezielles Thema: Dort macht der Ersten eine Gesetzesänderung zu schaffen, die es Privatleuten ermöglicht, ihre Fremdwährungskredite zu für sie deutlich günstigeren Wechselkursen zurückzuzahlen. Die daraus entstehenden Verluste müssen die Banken tragen, auf die dadurch hohe Abschreibungen zukommen. Dies und Abwertungen der Töchter in Ungarn und Rumänien haben die Erste in diesem Jahr belastet, 2011 werden rote Zahlen in den Büchern stehen.

Insgesamt sollen die Kosten im Konzern 2012 unter das Vorjahresniveau gedrückt werden. Auch durch den Abbau von Risikopositionen dürfte die harte Kernkapitalquote bis Juni bei 9,1 Prozent liegen, rechnete das Geldhaus vor. Das wäre ein Puffer von 200 Millionen Euro.

Börsianer zeigten sich nicht überzeugt: Die Erste-Aktie verlor bis zum Nachmittag sieben Prozent. Auch der Rivale Raiffeisen lag im Minus, der europäische Bankenindex notierte dagegen gut ein Prozent fester.

Von

rtr

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