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18.06.2014

09:50 Uhr

Online-Konkurrenz für Banken

„Wer nicht vorbereitet ist, sieht dem Tod entgegen“

Weltweit machen rund 3.500 Start-ups den Geldhäusern Konkurrenz. Banken sind zu statisch und sollten ihr Filialnetz ausdünnen, meinen Experten. Google, Facebook und Co. böten hingegen neue Möglichkeiten des Bankings.

Die Apps der Social-Trading-Plattformen Ayondo auf dem Display eines Smartphones zu sehen. Soziale Netzwerke halten Einzug bei der Geldanlage. dpa

Die Apps der Social-Trading-Plattformen Ayondo auf dem Display eines Smartphones zu sehen. Soziale Netzwerke halten Einzug bei der Geldanlage.

Zürich/Frankfurt am MainFür die Banken sieht es aus wie eine sanfte Woge am Horizont. Aber Matthias Kröner ist sich sicher: Technologieriesen wie Google und kleine Start-ups wie seine Internet-Bank Fidor werden Umwälzungen auslösen, die wie ein Tsunami über die Finanzbranche hereinbrechen. „Der geht zuerst als kleine Welle über das Meer“, sagt der Fidor-Chef. „Aber wenn er auf Land trifft, dann wird es furchtbar.“

Kröner zählt zu den Pionieren des Online-Bankings in Deutschland. Von 1993 bis 2002 hat er die Direktbank DAB aufgebaut, dann widmete er sich Fidor. Nach der Finanzkrise hätten die meisten Institute so getan, als wäre nichts passiert, sagt Kröner. „Bei uns reifte die Erkenntnis: Ein neues Banking muss her.“ Bei Fidor werden Kunden deshalb nicht in Filialen beraten, sondern diskutieren online über die beste Anlagestrategie. Außerdem leihen sie sich gegenseitig Geld („Social Lending“) oder finanzieren Projekte („Crowdfunding“).

Fidor-Kunden können mit ihrer Bankkarte ganz traditionell Geld am Automaten abheben. Sie können es aber auch an Email-Adressen oder Handy-Nummern verschicken - der Betrag wird dann auf dem Fidor-Konto des Empfängers gutgeschrieben.

Die schlechtesten Passwörter 2013

Diverse Ziffernfolgen

Das häufigste Passwort ist „123456“, auf Platz 3 steht „12345678“, auf Platz 9 „123456789“: Ziffernfolgen sind beliebt. Auch „123123“ taucht in der Liste auf.
Quelle: Splashdata. Das US-Unternehmen hat gehackte und im Internet veröffentlichte Nuzterkonten analyisert.

Eine Ziffer mal sechs

Noch einfacher machen es sich Nutzer mit Passwörtern wie „111111“ (Platz 7) und „000000“ (Platz 25). Beide dürften Cyberkriminelle auf dem Zettel haben.

Problem erkannt

Etlichen Nutzern ist das Problem offenbar klar: Auf Platz 24 steht das Passwort „trustno1“, deutsch: Vertraue niemandem. Sicher ist es indes nicht.

Liebesgrüße im Browser

Unsicher, aber zumindest romantisch sind Passwörter wie „iloveyou“ (Platz 9) und „princess“ (Platz 22) – sofern sie sich auf den Partner beziehen.

Affe im Schatten

Warum die Begriffe als Passwörter beliebt sind, ist zwar unklar. Dennoch: „shadow“, deutsch: Schatten, und „monkey“, deutsche: Affe, stehen auf den Plätzen 18 und 17.

Firmenname als Hilfe

In der diesjährigen Auswertung ergibt sich eine Besonderheit: Da 38 Millionen Passwörter von Adobe-Kunden eingeflossen sind, tauchen sowohl der Firmenname als auch Produkte des Unternehmens auf, etwa in „adobe 123“ (Platz 10) und „photoshop“ (Platz 15).

Die etablierten Banken reagierten auf neue Ideen immer gleich, hat Kröner beobachtet. „Ignorieren, schlecht reden, kopieren. Das war 1994 schon so, als wir die DAB Bank auf den Markt gebracht haben.“ Heute haben Online-Broker wie DAB, Comdirect und ING-Diba in Deutschland Millionen von Kunden und setzen den alteingesessenen Geldhäusern schwer zu. Die Beratungsfirma Accenture schätzt, dass Banken bis 2020 weltweit mehr als 30 Prozent ihrer Erträge an neue Wettbewerber verlieren könnten.

Experten und Bankmanager zerbrechen sich deshalb den Kopf, wie die nächste Angriffswelle aussehen wird. Welche Geschäftsfelder attackieren branchenfremde Anbieter in den kommenden Jahren? Bieten sie künftig auch Kredite an oder bringen Unternehmen an die Börse? Und am wichtigsten: Müssen die etablierten Großbanken ihr Geschäftsmodell nur anpassen oder komplett auf den Kopf stellen?

Gerade die letzte Frage wird in den Vorstandsetagen vieler Institute heiß diskutiert. Eine besonders radikale These vertritt dabei Theodor Weimer, der Chef der Münchner Hypo-Vereinsbank. „Die digitale Revolution ist kein Trend mehr, sondern eine fundamentale Umwälzung“, sagt er.

„Wie wir im 19. Jahrhundert eine Veränderung durch die industrielle Revolution hatten, haben wir jetzt eine Veränderung durch die Digitalisierung.“ Da immer mehr Menschen ihre Bankgeschäfte im Internet erledigen, will Weimer in den nächsten Jahren die Hälfte der rund 600 HVB-Filialen schließen.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

18.06.2014, 12:55 Uhr

Ich hatte letztens versucht, auf einem ganz normalen Donnerstag bei dieser FIDOR-Bank im Kundencenter anzurufen - bestimmt 10x versucht - keine Chance. Immer besetzt und in der Warteschleife. Wenn so die Zukunft aussieht, dann gute Nacht....

Account gelöscht!

18.06.2014, 14:04 Uhr

Rein biologisch sieht auch derjenige, der bestens vorbereitet ist, dem Tod entgegen.

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