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21.06.2011

14:40 Uhr

Osteuropa-Risiko

Österreichs Banken brauchen mehr Kapital

VonStefan Menzel

Die großen Banken in Österreich sollten ihre Eigenkapital-Ausstattung verbessern. Diese Empfehlung spricht die Österreichische Nationalbank für die sechs größten Kreditinstitute des Landes aus.

Einer der Banken im Stresstest: die Hypo Alpe Adria in Klagenfurt. Quelle: dpa

Einer der Banken im Stresstest: die Hypo Alpe Adria in Klagenfurt.

WienDas Risiko für die extrem stark in Osteuropa vertretenen Großbanken der Alpenrepublik sei unverändert hoch, urteilen die österreichischen Währungshüter nach dem jüngsten Banken-Stresstest für Österreich. Die ÖNB hat noch vor der Europäischen Banken-Aufsicht (EBA) ihren eigenen nationalen Stresstest abgeschlossen. Das Osteuropa-Risiko wird dabei stärker als beim europaweiten Banken-Stresstest untersucht. An dem Test beteiligen sich Raiffeisen, die Erste Bank, die Unicredit-Tochter Bank Austria, die Österreichischen Volksbanken, Bawag und die Hypo Alpe Adria.

"Die österreichischen Institute sind gegenüber ihren Konkurrenten bei der Kapitalausstattung im Rückstand", sagte Philip Reding, oberster ÖNB-Banken-Stresstester, am Dienstag in Wien. Die Banken aus der Alpenrepublik hätten zwar ihre Eigenkapitalquoten in den vergangenen Jahren erhöht. Die Konkurrenten hätten aber ebenfalls für eine bessere Kapitalausstattung gesorgt und deshalb sei der Rückstand der Österreicher nur unwesentlich kleiner geworden. In Osteuropa sind außer dem Österreichern vor allem Banken aus Frankreich (Societe Generale), Belgien (KBC) und Italien (Intesa Sanpaolo) vertreten.

Nach dem jüngsten Stresstest der ÖNB kämen die österreichischen Großbanken bei einer erneuten extremen Wirtschaftskrise auf eine Kernkapitalquote (Core-Tier-1) von 7,4 Prozent. Damit würden sie auch den EBA-Test auf europäischer Ebene bestehen, der eine Mindestausstattung von fünf Prozent vorschreibt. Österreichs Banken verlassen sich derzeit allerdings noch auf staatliche Kapitalhilfen aus der Zeit der Finanzkrise. Nach den neuen Regulierungsvorschriften (Basel III) können diese Hilfen jedoch künftig nicht mehr als Eigenkapital angerechnet werden.

Die ÖNB empfiehlt den österreichischen Instituten, dass sie in Osteuropa vorsichtiger agieren und neue Kredite mit größerer Vorsicht vergeben. "Das ist die neue Normalität", betonte ÖNB-Direktir Andreas Ittner. Besondere Zurückhaltung erwarten die Wiener Währungshüter vor allem bei Fremdwährungskrediten, die österreichische Banken in der Vergangenheit besonders gern vergeben haben. Nach der starken Abwertung osteuropäischer Landeswährungen können Kreditnehmer in Osteuropa Tilgungs- und Zinsraten jedoch nur noch begrenzt aufbringen.

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