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31.10.2014

10:08 Uhr

Paribas mit Milliardengewinn

Frankreichs größte Bank legt überraschend zu

Trotz Milliardenstrafe hat die französische Großbank BNP Paribas einen Gewinnsprung hingelegt. Das Geldhaus hat im vergangenen Quartal 1,5 Milliarden Euro erwirtschaftet und damit die Erwartungen übertroffen.

Passanten gehen vor einer Paribas-Filiale vorbei. Die Großbank konnte den Gewinn um mehr als zehn Prozent steigern. dpa

Passanten gehen vor einer Paribas-Filiale vorbei. Die Großbank konnte den Gewinn um mehr als zehn Prozent steigern.

ParisFrankreichs größte Bank BNP Paribas hat im Sommer überraschend zugelegt. Im dritten Quartal standen unter dem Strich 1,5 Milliarden Euro Gewinn und damit elf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Freitag in Paris mitteilte. Nach einer Milliardenstrafe in den USA im zweiten Jahresviertel schnitt das Geldhaus deutlich besser ab als von Analysten erwartet und schaut sich nach Übernahmezielen in Deutschland und Polen um.

Im Juni hatte BNP wegen Geschäften mit sogenannten Schurkenstaaten eine Milliardenstrafe in den USA bezahlen müssen und den höchsten Quartalsverlust ihrer Geschichte verbucht. Die USA hatten BNP wegen verbotener Geschäfte mit Iran, Kuba und dem Sudan gerügt.

Welche Finanzfirmen für US-Sanktionsverstöße büßen mussten

Verstoß kann teuer werden

Vor BNP Paribas hat die US-Justiz schon eine ganze Reihe an Finanzkonzernen wegen Verstößen gegen Sanktionen gegen Staaten wie den Iran zur Kasse gebeten. Eine Übersicht.

Deutsche Börse (November 2013)

Die Deutsche Börse zahlt 152 Millionen Dollar, weil ihre Tochter Clearstream bei Wertpapierübertragungen eingefrorenes Geld illegalerweise in den Iran überwiesen haben soll.

Standard Chartered (2012)

Mehrere US-Behörden verdonnern die britische Bank Standard Chartered im Jahresverlauf zur Zahlung von insgesamt 667 Millionen Dollar wegen unerlaubter Geschäfte mit dem Iran.

ING (Juni 2012)

Der niederländische Finanzkonzern ING zahlt 619 Millionen Dollar wegen Geschäften mit Iran und Kuba.

RBS (Mai 2010)

Die Royal Bank of Scotland zahlt 500 Millionen Dollar für Geschäfte der übernommenen niederländischen ABN Amro mit dem Iran, Libyen, dem Sudan, Kuba und anderen sanktionierten Staaten.

Credit Suisse (Dezember 2009)

Die Schweizer Credit Suisse büßt mit 536 Millionen Dollar für Geschäfte mit dem Iran und anderen Staaten.

Lloyds (Januar 2009)

Die britische Bank Lloyds zahlt 350 Millionen Dollar wegen Verstößen gegen Iran- und Sudan-Sanktionen.

Im dritten Quartal kamen BNP bessere Geschäfte im Anleihenhandel ebenso zugute wie geringere Sorgen um faule Kredite. Besser lief es auch im Investmentbanking und dem Geschäft mit Unternehmenskunden.

Gutes Wachstum berichtete BNP Paribas auch von ihrer deutschen Direktbank-Tochter Cortal Consors. Die Franzosen hatten sich im Sommer mit der Unicredit-Tochter HypoVereinsbank (HVB) auf die Übernahme von deren Online-Tochter DAB geeinigt. Vorstandschef Jean-Laurent Bonnafe hat nun weitere Übernahmen - sowohl hierzulande als auch in Polen - im Blick.

Von

dpa

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