Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.06.2017

14:51 Uhr

Pariser Klimaschutzabkommen

Warum der Goldman-Sachs-Chef gegen Trump twittert

VonJulian Trauthig

Es war eine Überraschung, als sich Lloyd Blankfein Anfang Juni erstmals auf Twitter zu Wort meldete und Trumps Austritt aus dem Pariser Klimaschutzabkommen kritisierte. Jetzt erklärte er sein Social-Media-Engagement.

Der Goldman-Sachs-Chef ist zu einem gelegentlichen Twitterer geworden. Screenshot Twitter

Lloyd Blankfein

Der Goldman-Sachs-Chef ist zu einem gelegentlichen Twitterer geworden.

DüsseldorfSechs Jahre hatte Lloyd Blankfein nach seiner Twitter-Anmeldung im Juni 2011 für seinen ersten Tweet gebraucht: Nachdem US-Präsident Donald Trump Anfang Juni den Ausstieg der Vereinigten Staaten aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt hatte, meldete sich der Goldman-Sachs-Chef erstmals auf dem Kurznachrichtendienst Twitter zu Wort.

Die Entscheidung Trumps sei ein Rückschritt für die Umwelt und für die weltweite Vormachtstellung der USA, schrieb er und bekam dafür bis heute 13.000 Retweets. Weitere US-Konzernchefs wie Tim Cook oder Mark Zuckerberg bezogen damals ebenfalls Stellung gegen die Pläne Trumps.

In einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC äußerte Blankfein sich jetzt zu seinen Beweggründen für diesen Tweet und sein Social-Media-Engagement. „Ich habe in der Finanzkrise gelernt, dass man sich äußern muss, wenn die Bank oder deren Mitarbeiter bedroht sind.“ Dies war nun offensichtlich durch Trumps Handeln der Fall.

Für Blankfein gibt es demnach nur wenige Situationen, in denen er es für nötig hält, in die Öffentlichkeit zu gehen. Entweder gehe es um Kernthemen der Bank, dann interessiere sich dafür aber vor allem die Bankerwelt, oder, „wenn Dinge, die Leute berühren, in dem was sie sind und wie sie ihren Job erledigen können“.

In den vergangenen Jahren hatte er sich auf anderen Wegen zu gesellschaftlichen Themen geäußert, etwa mit seiner Unterstützung der gleichgeschlechtlichen Ehe. Er habe nach der Finanzkrise entschieden sich zu solchen Themen zu äußern, weil er das Gefühl gehabt habe, die Menschen hätten nicht verstanden, wofür Goldman Sachs stehe, „den Wert, den wir erschaffen, was wir für die Gesellschaft tun, für die Menschen, die Geld brauchen“.

Goldman Sachs ist eine der größten Investmentbanken der Welt, Blankfein führt das Geldhaus seit 2006. Immer wieder wird der Bank vorgeworfen, zu eng mit der Politik verbandelt zu sein. Zahlreiche Ex-Banker haben in der Regierung Karriere gemacht, etwa der Ex-Vize-Chef Gary Cohn, den Trump zu seinem wichtigsten Wirtschaftsberater machte.

Blankfeins großem ersten Wurf auf Twitter folgten bislang übrigens nur sechs weitere Tweets kleineren Kalibers. So äußerte er sich zum Beispiel dazu, dass die US-Regierung mehr in Infrastruktur investieren müsse.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Holger Narrog

20.06.2017, 15:30 Uhr

Die Ökoweltuntergangskatastrophe vom "Klimawandel" ist eine sehr dürftige einst wissenschaftliche Hypothese die wie eine Religion kommuniziert wird und mit religiösen Methoden verbreitet wird.

Interessant wäre es die Gründe zu erfahren warum sich ein erheblicher Teil der Ostküstenelite sich für die Ökoreligion (Klimaschwindel/Climate Hoax) engagiert.

Sind es persönliche finanzielle Interessen?

Ist es analog der Deutschen Grünen eine Art Selbsthass?

Ist es der Wunsch nach einer mittelalterlichen Gesellschaft in der nur mehr eine Elite die heutigen Annehmlichkeiten geniessen kann?

Herr Tomas Maidan

20.06.2017, 15:44 Uhr

... und noch interessanter wäre zu erfahren, wieso Leute wie Sie Herr Narrong sich GEGEN den Umweltschutz engagieren, mit ihren abstrusen Begriffen wie "Ökoreligion"... Besitzen Sie Anteile einer Firma, die irgendwelchen Dreck rauspuste, und hoffen auf Lockerung der Umweltschutz-Gesetze? So wie ihr Trump es versucht hat, als er die Vorschriften für die Isolation von Methan-Gas-Leitungen lockern wollte? Ein Klima-Killer-Gas wäre dann massenweise frei gesetzt worden. Und Sie hätten wahrscheinlich laut applaudiert.

Rainer von Horn

20.06.2017, 16:25 Uhr

Gehört der Trump denn nun zur "Familie", oder nicht? Mag die Merkel den Trump vielleicht nur deswegen nicht, weil der nicht zur "Familie" gehört? Immer diese Verunsicherungen....

@ Herr Tomas Maidan20.06.2017, 15:44 Uhr

Klimasünder Nr. 1 ist China, nicht de USA. China errichtet auch eine Unmenge neuer Atomkraftwerke. Über beide Sachverhalte liest man in der Presse sehr wenig. Immerhin investiert China auch kräftig in Erneuerbare und will ja eine feste Quote für E-Mobile durchsetzen, was aber der Bundeskanzlerin nicht so recht ist...Obwohl die ja in Deutschland bis 2020 1 Mio E-Mobile auf der Straße habenm wollte. Komisch das alles. :)

Bei den "Renewables" gibt es noch mächtig Ausbauplatz nach oben, was natürlich der Wirtschaft (hoffentlich nicht nur den chinesischen Solar- und Windradbauern!) riesiges Ersatz-Absatzpotenzial verschaffen würde. Und eine weltweite CO2-Steuer iost ja auch in Arbeit. Natürlich nur zur Rettung des Klimas! Oder doch zur rettung der Klimaretter, weiss mnicht mehr so genau...

Den Anteil der Erneuerbaren können Sie im nuen BP-report auf den Seiten 9 bis 11 entnehmen.- da geht noch was!

https://www.bp.com/content/dam/bp/en/corporate/pdf/energy-economics/statistical-review-2017/bp-statistical-review-of-world-energy-2017-full-report.pdf

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×