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06.09.2016

14:48 Uhr

Partner von Visa und Mastercard

Mit Paypal an der Kasse zahlen

Nachdem der Bezahldienst im Juli einen Kooperation mit dem Kartenanbieter Visa verkündet hatte, folgt jetzt die Zusammenarbeit mit Mastercard. Paypal will damit mehr Geld bei Käufen im Einzelhandel verdienen.

Der Bezahldienst kooperiert nun mit beiden großen Kreditkartenanbietern. AP

PayPal

Der Bezahldienst kooperiert nun mit beiden großen Kreditkartenanbietern.

New YorkDer Internet-Bezahlanbieter Paypal baut sein Geschäft weiter aus. Um auch bei Käufen im Einzelhandel zu wachsen, hat der US-Pionier bei Online-Zahlungen nun auch eine Kooperation mit dem weltweit zweitgrößten Kreditkartenanbieter Mastercard geschlossen, wie Mastercard am Dienstag bekannt gab. Damit soll es Kunden erleichtert werden, ihre Paypal-Konten im Einzelhandel einzusetzen. Der Internet-Bezahlanbieter verspricht sich davon höhere Einnahmen.

PayPal hatte sich vor etwa einem Jahr von dem Online-Auktionshaus Ebay abgespalten und war als selbstständiges Unternehmen an die Börse gegangen. Erst im Juli hatte Paypal eine Zusammenarbeit mit dem Branchenprimus Visa angekündigt.

Aktuell werden im Handel in großem Stil Lesegeräte für Kontaktlos-Zahlungen per NFC-Nahfunk eingeführt, die Umrüstung soll in den nächsten Jahren abgeschlossen werden. Damit kann bezahlt werden, indem man eine Bankkarte mit NFC-Chip beziehungsweise Smartphone oder Computer-Uhr ans Terminal hält. Auf dieser Basis funktionieren auch Smartphone-Bezahldienste wie Apple Pay auf iPhones oder Samsung Pay auf Smartphones des südkoreanischen Marktführers sowie Android Pay.

Was für das Bargeld spricht

Die Anonymität des Bargelds...

...ermöglicht es den Bürgern, auch den gesetzestreuen, einen Rest Privatsphäre zu bewahren, der nicht der vollständigen Überwachung oder Überwachbarkeit unterliegt.

Die Zinslosigkeit des Bargelds...

...ist der wichtigste Grund, warum die Notenbanken mit ihren Leitzinsen nicht beliebig weit in den negativen Bereich gehen können. Wer die jetzigen Niedrigzinsen der Notenbanken schon als gefährlich oder als eine Form der kalten Enteignung ansieht, wird froh sein, dass das Vorhandensein von Bargeld eine Zinsuntergrenze setzt.

Die gesellschaftlichen Kosten von Bargeld...

....als Zahlungsmittel, also die Kosten bei allen Beteiligten zusammengerechnet, sind nach einer Untersuchung der Europäischen Zentralbank in den meisten Ländern niedriger als die unbarer Bezahlformen.

Der Insolvenzschutz...

...den Bargeld genießt, weil die Notenbank, die es emittiert, nicht Pleite gehen kann, hebt es vom Buchgeld der Geschäftsbanken ab. Wenn eine Geschäftsbank  insolvent wird, können Buchgeld-Guthaben verloren gehen, oder sie werden, wie im Fall Zypern geschehen, im Zuge der Rettung der Banken zusammengestrichen.

Für Paypal war die Kooperation mit Visa der bisher größte Vorstoß, auch zum Bezahlen in Läden genutzt zu werden. Technisch ist es bei Visa so, dass der Konzern seinem Partner Paypal Zugang zu seinem „Tokenisierungs“-Service gewährt, bei dem eine Art Fingerabdruck von Zahlungsmitteln für sichere Transaktionen erstellt wird. Visa-Karten können damit in die digitale Paypal-Brieftasche im Smartphone integriert werden. Im Laden soll per Paypal aber nicht nur mit den eingebundenen Visa-Karten bezahlt werden können, sondern auch über andere mit dem Konto des Online-Dienstes verbundene Geldquellen, wie Paypal-Chef Dan Schulman in einer Telefonkonferenz mit Analysten betonte.

Was gegen Bargeld spricht

Die Anonymität...

...des Bargeldes ermöglicht es, ohne elektronische Spuren kriminelle Geschäfte abzuwickeln oder Steuern zu hinterziehen.

Die Zinslosigkeit

...des Bargelds ist der wichtigste Grund, warum die Notenbanken mit ihren Leitzinsen nicht beliebig weit in den negativen Bereich gehen können. Das sehen einige Ökonomen kritisch, da es die Möglichkeiten der Geldpolitik beschränkt. Schon bei einem Zins von minus 0,75 Prozent soll es billiger sein, Bargeld vollversichert im Tresor lagern zu lassen, anstatt es als Bankguthaben vorzuhalten.

Die Kosten des Handlings...

...von Barzahlungen können für manche Empfänger deutlich höher sein als alternative Bezahlformen.

Paypal und Visa beendeten damit auch einen langjährigen Konflikt. Visa war unzufrieden damit, dass Paypal Kunden dazu verleitete, ihre Accounts beim Online-Dienst direkt mit ihren Bankkonten statt mit ihren Kreditkarten zu verbinden. Dem Konzern entging so Geschäft. Zugleich rückte Visa selbst ins Geschäft mit Online-Zahlungen und digitalen Brieftaschen vor und machte damit Paypal Konkurrenz.

Der Deal werde die Umsätze mit Visa-Karten erhöhen, sagte der Chef des Kreditkarten-Konzerns, Charles Scharf, im Juli. Zu der Vereinbarung gehörte auch, dass Paypal den Banken, die Visa-Karten ausgeben, mehr Daten über Transaktionen geben wird. Es gab keine Angaben dazu, wann die Vereinbarung auf den Rest der Welt ausgeweitet werden könnte. „Ich denke, wir sind beide in einer Position, in der wir unsere Aufmerksamkeit auch auf die Märkte außerhalb der USA richten würden, aber wir wollten erst den US-Deal abschließen“, sagte Scharf.

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