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17.10.2012

14:07 Uhr

Paul Lerbinger tritt zurück

HSH Nordbank bekommt neuen Chef

Bei der HSH Nordbank kracht es. Vorstandschef Paul Lerbinger übt seinen Posten nur noch bis zum Ende des Monats aus. Der Führungswechsel kommt überraschend. Der neue Chef kommt aus dem Hause.

Constantin von Oesterreich soll neuer Chef der HSH Nordbank werden. dpa - picture-alliance

Constantin von Oesterreich soll neuer Chef der HSH Nordbank werden.

DüsseldorfDie HSH Nordbank steht vor einem Führungswechsel. Der bisherige Vorstandschef Paul Lerbinger zieht sich Ende Oktober von seinem Posten zurück. Das teilte die Landesbank mit. Lerbinger sei mit dem Aufsichtsratschef Hilmar Kopper übereingekommen, seine Tätigkeit zu beenden, hieß es in einer Mitteilung.

Die Zustimmung des Aufsichtsrats solle am 24. Oktober erfolgen. Das Ausscheiden sei in der für die Bank schwierigen Phase ihrer Umstrukturierung bedauerlich, wird Kopper zitiert. „Herrn Lerbinger gebührt hoher Dank für die geleistete Arbeit und den unermüdlichen Einsatz unter sehr anspruchsvollen Rahmenbedingungen.“

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Neuer Chef soll der bisherige Finanzvorstand Constantin von Oesterreich werden, gab die HSH Nordbank in der knappen Mitteilung bekannt. Von Oesterreich ist seit November 2009 Risikovorstand der HSH Nordbank. Lerbinger hatte seit März 2011 den Umbau der staatlich geretteten Bank vorangetrieben, die derzeit mit den Auswirkungen der Schifffahrtskrise zu kämpfen hat.

Paul Lerbinger ist nur noch bis Ende Oktober Chef der HSH Nordbank. dpa

Paul Lerbinger ist nur noch bis Ende Oktober Chef der HSH Nordbank.

Erst am vergangenen Freitag hatte die Bank vermeldet, ihr vierköpfiges Vorstandsgremium um ein weiteres Mitglied aufzustocken. Matthias Wittenburg soll von Januar 2013 an dem Bereich Produkte und Kapitalmärkte vorstehen. Dieser war bislang vom Unternehmens- und Privatkunden-Vorstand Torsten Temp kommissarisch geführt worden. Der 44-jährige Wittenburg kommt von der Commerzbank.

Das sind die größten Banken Deutschlands

Platz 12

2011 ist das letzte Jahr, für das die WestLB ihre Jahresbilanz bekannt gab. Die Bank, die zum Großteil dem Land Nordrhein-Westfalen, der NRW.Bank und den Sparkassenverbänden des Rheinlands und Westfalen-Lippe gehörte, ist mittlerweile zerschlagen. Die Zertifikategeschäfte übernahm die Helaba.

Bilanzsumme (2011): 167,90 Milliarden Euro

Platz 11

Die Postbank gehört mittlerweile zur Deutschen Bank und betreut mit rund 19.000 Angestellten fast 14 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 192,00 Milliarden Euro

Platz 10

Die Eurohypo AG ist eine Tochter der Commerzbank  - und ein Milliardengrab. Zehn Jahre nach der Gründung wird die Hypothekenbank nun zerschlagen. Die Eurohypo AG ist nach der WestLB die zweite deutsche Bank, die die Krise nicht überlebt hat. Jedoch ist ihre Bilanzsumme noch um einiges größer als die der Landesbank.

Bilanzsumme (2011): 203,00 Milliarden Euro

Platz 9

Auch die NordLB schaffte es nur mit Staatsmitteln, die Bankenkrise zu überstehen. Die EU-Bankenaufsicht verordnete der Bank der Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ihr Eigenkapitalpolster gehörig aufzustocken.

Bilanzsumme (2011): 227,60 Milliarden Euro

Platz 8

Die BayernLB machte in den vergangenen Wochen mit einem Streit mit der EU-Kommission Schlagzeilen. Die in der Krise taumelnde Bank muss dem Land Bayern fünf Milliarden Euro an Krisenhilfen zurückzahlen.

Bilanzsumme (2011): 309,10 Milliarden Euro

Platz 7

Auch die Hypo Real Estate überlebte die Krise nur knapp: Die Immobilienbank wurde verstaatlicht und lagerte ihre Altlasten in eine Bad Bank aus. Bis 2015 muss die Hypo Real Estate jedoch wieder privatisiert werden, entschied die EU.

Bilanzsumme (2011): 236,60 Milliarden Euro

Platz 6

Die LBBW ist mit einer Bilanzsumme von über 370 Milliarden Euro die größte deutsche Landesbank. Das Geldinstitut gehört fast vollständig dem Land Baden-Württemberg, dem Sparkassenverband des Landes und der Stadt Stuttgart.

Bilanzsumme (2011): 373,10 Milliarden Euro

Platz 5

Die deutsche Unicredit Bank AG, besser bekannt unter ihrem Markennamen Hypovereinsbank, ist ein Tochterunternehmen der größten italienischen Bank, Unicredit. Die italienische Großbank hat gerade eine Umstrukturierung angekündigt: Die Tochtergesellschaften und damit auch die Hypovereinsbank sollen mehr Autonomie bekommen.

Bilanzsumme (2011): 395,70 Milliarden Euro

Platz 4

Zur DZ Bank AG gehören neben der Volksbanken Raiffeisenbanken auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall oder die R+V Versicherung. Die DZ Bank AG ist das Zentralinstitut für insgesamt 900 Genossenschaftsbanken mit rund 30 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 405,90 Milliarden Euro

Platz 3

Die Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW) ist die deutsche Förderungsbank unter Aufsicht des Finanzministeriums. Sie gibt Kredite an Existenzgründer und Firmen im Rahmen von Förderprogrammen der Bundesregierung und ist für die Finanzierung von Infrastrukturvorhaben zuständig.

Bilanzsumme(2011): 494,80 Milliarden Euro

Platz 2

Die Commerzbank belegt mit einer Bilanzsumme von über 600 Milliarden Euro Platz zwei unter den größten deutschen Banken. Die Bank ist in 52 Ländern vertreten und betreut nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Privat- und eine Millionen Firmenkunden in der ganzen Welt.

Bilanzsumme(2011): 661,80 Milliarden Euro

Platz 1

Die international erfolgreiche Deutsche Bank nimmt unangefochten den ersten Platz der größten deutschen Banken ein. Ihre Bilanzsumme ist rund 3,5 mal so groß wie die der Commerzbank. Die Bank beschäftigt über 100.000 Mitarbeiter – knapp 50.000 davon in Deutschland.

Bilanzsumme (2011): 2164,10 Milliarden Euro

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

17.10.2012, 15:56 Uhr

Bankster?

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/mafia-verdacht-hsh-droht-aerger-wegen-windpark-in-italien/7238948.html

Kenner

18.10.2012, 13:10 Uhr

Nee, Lerbinger ist wohl gerade KEIN Bankster, was ihn den Job kostet. (Die 300-Maffia-Millionen sind da vergleichsweise Peanuts.)
Ich fand folgende Erklärung:
Lerbinger hatte intern erklärt, die Bank werde zum Jahresende mit über 50%-iger Wahrscheinlichkeit die Garantien der Länder "ziehen" müssen. Das ist öffentlich geworden. Und es beinhaltet die Bombe schlechthin: Große Abschreibungen wären erforderlich, Verluste entstünden, das gesetzliche Mindestkapital würde unterschritten und last not least der gesamte Sanierungsplan wäre gescheitert. Länder in der Zahlungspflicht und EU mit neuer Entscheidung über die Bank insgesamt (diese könnte wie bei der West-LB aussehen).

Da musste der Aufsichtsratchef Kopper handeln. Mit Lerbinger wäre die Verkündung einer "Wende" nicht mehr möglich. Er ist verbrannt, zur "Bilanzgestaltung" nach seinen Äußerungen nicht mehr vermittelbar; vielleicht auch nicht bereit.

Was der Nachfolger wohl in den kommenden Monsten bis zum Jahresabschluss für 2012 verkünden wird, kann man schon erahnen. Man darf gespannt sein, ob Bankenaufsicht und Jahresabschlussprüfer dazu "stillhalten".



Account gelöscht!

18.10.2012, 13:13 Uhr

@ Kenner

Scheint ein recht klarer Fall zu sein. Die Bank ist praktisch pleite und bracuht nun einen Bucfälscher an der Spitze.

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