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20.03.2006

12:47 Uhr

Personalabbau

Ergo setzt Rosskur fort

Die Erstversicherungstochter der Münchener Rück, die Düsseldorfer Ergo, plant im laufenden Jahr weit weniger Gewinn ein als noch 2005. Keine Veränderungen gibt es bei den Einsparungen, die weitergehen.

HB DÜSSELDORF. Der Konzerngewinn, der sich 2005 durch Sondereffekte auf 782 Mill. Euro mehr als verdreifacht hatte, werde 2006 auf 450 bis 500 Mill. Euro sinken, teilte der Versicherer am Montag in Düsseldorf mit. Dessen ungeachtet sollten die Beitragseinnahmen um 1 bis 2 Prozent auf rund 17 Mrd. Euro steigen.

Ergo hatte 2005 vom Umtausch von HVB-Aktien in Unicredito-Papiere profitiert, der 301 Mill. Euro zum Konzernergebnis beitrug. „Einen Zusatzertrag wie aus dem Umtausch der HVB-Aktien in Unicredit-Aktien werden wir 2006 wohl nicht erzielen“, hieß es.

Auch Sparmaßnahmen beim Personal führten zu einem höheren Gewinn. Die Zahl der Angestellten sank um insgesamt rund 1 700 oder 5,5 Prozent auf 29 227. Davon seien rund 1 000 Stellen im Rahmen der laufenden Sparprogramme weggefallen, sagte ein Ergo-Sprecher. Die übrigen Stellen gehörten nun direkt zum Mutterkonzern Münchner Rück.

Und das Sparen geht weiter. Zwischen 2006 und 2008 will das Unternehmen Verwaltungskosten von jährlich 200 Mill. Euro einsparen. Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Lothar Meyer entfallen jeweils die Hälfte der Kostensenkungen auf Personal und Sachen. Betriebsbedingte Kündigungen werden jedoch ausgeschlossen. Im Personalbereich folgt man Tendenzen in der Branche und versucht, den bislang noch angestellten Außendienst der Hamburg- Mannheimer zur Selbständigkeit zu motivieren.

Grafik: Die Ergo-Töchter von D.A.S. bis Victoria

Zwischen 2002 und 2005 hatte die Erstversicherungsgruppe ein Kostensparprogramm über 300 Mill. Euro umgesetzt. Die Verwaltungskostenquote sank in dieser Zeit von 7,4 auf 6,8 Prozent. Mit dem neuen Sparprogramm soll die Kostenquote „weiter Richtung 6 Prozent“ gedrückt werden.

Dank der Erfolge durch die Rosskur sieht sich die Erstversicherungstochter der Münchener Rück nicht mehr als Belastung für das Rating der Mutter. „Wir sind auf gutem Weg“, sagte Finanzvorstand Rolf Ulrich. Ergo habe zu einer Verbesserung des Ratings alles beigetragen beziehungsweise werde alles beitragen. Die Bonität der Münchener Rück wird derzeit von Standard & Poor's mit „A+“, von Moody's mit „Aa3“, von Fitch mit „AA-“ bewertet.

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