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13.11.2012

09:46 Uhr

Pfandbriefbank

HRE-Kernbank kommt langsam in Schwung

Fortschritt auf dem Weg aus der Krise: Die zukunftsträchtige Kernbank der Hypo Real Estate steigert den Gewinn. Im dritten Quartal übertraf die Pfandbriefbank sogar die Planungen. Nur das Neugeschäft liegt zurück.

Die Gebäude von Hypo Real Estate, Deutsche Pfandbriefbank und FMS Wertmanagement in Unterschleißheim bei München. dpa

Die Gebäude von Hypo Real Estate, Deutsche Pfandbriefbank und FMS Wertmanagement in Unterschleißheim bei München.

MünchenDie Hypo Real Estate ist im Sommer etwas besser in Fahrt gekommen. Der Vorsteuergewinn der Pfandbriefbank, in der der zukunftsträchtige Teil der Immobilienbank gebündelt ist, stieg von Juli bis September auf 49 (Vorjahr: 43) Millionen Euro, wie das Institut am Dienstag in München mitteilte. Es war das beste Quartal im bisherigen Jahresverlauf. Hauptgründe: Der Provisionsüberschuss legte zu und die Pfandbriefbank (pbb) löste einen Teil ihrer Risikovorsorge für faule Kredite auf.

„Das dritte Quartal liegt über unserer Planung“, sagte Bankchefin Manuela Better. Nach den ersten neun Monaten kommt die pbb damit auf 100 Millionen Euro Vorsteuergewinn. Eingeplant für das Gesamtjahr 2012 sind weiterhin 100 bis 140 (2011: 188) Millionen Euro.

Die Bad Bank der Hypo Real Estate

Abwicklungsanstalt FMS

Die FMS Wertmanagement ist eine Abwicklungsanstalt, die die hochriskanten Giftpapiere der Krisenbank HRE als so genannte Bad Bank übernommen hat. Sie ist im Sommer 2010 gegründet worden, damit die verstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate, die mittlerweile als Deutsche Pfandbriefbank auftritt, nach der Finanzkrise einen wirtschaftlichen Neubeginn starten konnte.

Die Aufgaben

Im Oktober 2010 lagerte die HRE Risikopapiere im Wert von 175 Milliarden Euro in die Bad Bank aus. Diese giftigen Papiere soll die FMS Wertmanagement in den kommenden zehn Jahren möglichst ohne größere Verluste wieder zu Geld machen. Die Abkürzung FMS steht für Finanzmarktstabilisierung.

Wer für Verluste zahlt

Für die Verluste der öffentlich-rechtlichen Abwicklungsanstalt kommt der staatliche Rettungsfonds Soffin auf, letztendlich also der Steuerzahler. Im ersten vollständigen Geschäftsjahr 2011 verhagelte die Griechenland-Krise das Ergebnis. Die Risikovorsorge für die Hellas-Papiere betrug 8,9 Milliarden Euro. Insgesamt steht ein Verlust von 9,97 Milliarden Euro zur Buche.

Personal

Die HRE-Bad-Bank beschäftigt der Bilanz zufolge 92 Mitarbeiter. Mitte des Jahres waren es noch rund 70 Mitarbeiter. Zudem greift die Abwicklungsanstalt je nach Bedarf auf externe Dienstleister zurück, die auch beratend tätig sind, und kooperiert mit Unternehmen der HRE-Gruppe.

Die Köpfe der FMS

Den Vorstand der FMS Wertmanagement teilen sich Christian Bluhm und Ernst-Albrecht Brockhaus. Bluhm war zuvor im Management der Bank Credit Suisse, Brockhaus kommt von der Bayerischen Landesbank, wo er auch für die Liquiditätsplanung und -sicherung der BayernLB zuständig war. Die FMS hat einen aus sechs Mitgliedern bestehenden Verwaltungsrat.

Weniger erfolgreich ist die Bank im Neugeschäft. Hier kam sie im dritten Quartal zwar auf rund 1,4 Milliarden Euro. In den ersten neun Monaten sind es damit aber nur 2,9 Milliarden Euro. Das Ziel von acht Milliarden Euro im Gesamtjahr erwähnte die Bank nicht mehr.

Zuletzt hieß es bereits, es werde schwierig, das schwache erste Halbjahr noch aufzuholen. Better rechnet zumindest mit einem weiteren Anstieg im laufenden vierten Quartal. Die Bruttomargen waren zuletzt stabil.

Die Hypo Real Estate stand in der Finanzkrise vor dem Aus und konnte nur dank staatlicher Hilfen im Volumen von zeitweise rund 150 Milliarden Euro gerettet werden. Die gefährlichsten Wertpapiere und Kredite wurden an die Bad Bank FMS ausgelagert, um mit der pbb einen Neuanfang wagen zu können.

Von

rtr

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