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23.12.2012

11:29 Uhr

Pfandleiher

Familienerbstück gegen schnelles Geld

Für viele Menschen ist der Gang ins Pfandhaus der einzige Weg, um flüssig zu bleiben. Die Geschäfte laufen bestens. Fachleute raten aber zu eingehender Prüfung, denn der effektive Jahreszins kann sehr hoch ausfallen.

Der hohe Goldpreis hat den Pfandleihern in diesem Jahr mehr Kunden gebracht und die Kassen klingeln lassen. dpa

Der hohe Goldpreis hat den Pfandleihern in diesem Jahr mehr Kunden gebracht und die Kassen klingeln lassen.

BerlinDer hohe Goldpreis hat den Pfandleihern in diesem Jahr mehr Kunden gebracht und die Kassen klingeln lassen. Sowohl die ausgezahlten Darlehen als auch die Kundenzahl hätten in den ersten drei Quartalen deutlich zugelegt, sagte Wolfgang Schedl vom Zentralverband des Deutschen Pfandkreditgewerbes.

„Das Jahr 2012 ist ein sehr erfreuliches Geschäftsjahr“, so der Geschäftsführer. Sollte sich die Tendenz aus den ersten neun Monaten im Schlussquartal fortsetzen, dürfte unterm Strich ein Plus von etwa 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr bei der Darlehenssumme stehen.

Die genaue Summe steht nach seinen Worten noch nicht fest. In den vergangenen Jahren lag die Darlehenssumme Schätzungen zufolge aber pro Jahr bei rund einer halben Milliarde Euro.

Hintergrund für die aus Verbandssicht erfreuliche Entwicklung bei den rund 200 Mitgliedsunternehmen auch in diesem Jahr ist vor allem der anhaltend hohe Goldpreis: Denn Pfandleiher können für Schmuckstücke deutlich mehr Geld auszahlen, was eine Pfandleihe attraktiver macht. Sehr häufig wird Schmuck verpfändet, aber auch technische Geräte, die wegen des raschen Wertverfalls jedoch häufig kein hohes Darlehen einbringen. Auch Autos können beliehen werden.

Und so funktioniert die Pfandleihe, die in Deutschland per Gesetz geregelt ist: Der Kunde bringt den Wertgegenstand zum Leihhaus und bekommt vom Pfandleiher ein Darlehensangebot. Ob Uhr, Laptop oder Gemälde angenommen wird, entscheidet der Pfandleiher. Festgeschrieben ist der Zins, den ein Pfandleiher dafür nehmen darf. Er liegt bei höchstens einem Prozent pro Monat.

Hinzu kommen Gebühren, die bis zu einem Darlehensbetrag von 300 Euro ebenfalls festgeschrieben sind: Bei einem Betrag von 30 Euro fallen pro Monat 2 Euro Gebühren an, bei 300 Euro sind es 6,50 Euro monatlich. Ist das Darlehen höher, darf über die Gebühren frei verhandelt werden.

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