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11.07.2016

15:57 Uhr

Philipp Hildebrand

Ex-Notenbankchef fürchtet Katastrophe im Finanzsektor

Philipp Hildebrand sieht durch das Brexit-Votum eine Katastrophe auf Europas Finanzsektor zukommen. Der ehemalige Chef der Schweizer Zentralbank wirft Europa vor allem ein Versäumnis vor.

Der Vize-Chef der US-Vermögensverwaltung Blackrock glaubt, dass nach dem Votum der Briten für ein Ausscheiden aus der Europäischen Union an den Finanzmärkten die Frage aufkomme, ob Europas Banken wirklich stabil seien. AFP; Files; Francois Guillot

Hildebrand sorgt sich um Europas Finanzbranche

Der Vize-Chef der US-Vermögensverwaltung Blackrock glaubt, dass nach dem Votum der Briten für ein Ausscheiden aus der Europäischen Union an den Finanzmärkten die Frage aufkomme, ob Europas Banken wirklich stabil seien.

MünchenDer ehemalige Schweizer Zentralbankchef Philipp Hildebrand fürchtet, dass es nach dem Brexit-Votum in Europas Finanzsektor zu einer „Katastrophe“ kommt. „Jetzt kommt so etwas wie die zweite Welle – neun Jahre nach der Finanzkrise“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“ vom Montag. Europa habe es in dieser Zeit verpasst, das Bankensystem zu sanieren. „Das war ein riesiger Fehler.“

Immer, wenn etwas schiefgehe – so wie jetzt das Votum der Briten für ein Ausscheiden aus der Europäischen Union –, komme an den Finanzmärkten die Frage auf, ob Europas Banken wirklich stabil seien. Es sei eines der großen Versäumnisse Europas, „dass wir das Bankenproblem immer unter den Teppich gekehrt haben“, kritisierte Hildebrand, mittlerweile Vize-Chef der US-Vermögensverwaltung Blackrock.

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Dass Italien seinen Geldinstituten nun mit Steuergeld helfen will, begrüßte Hildebrand. Wenn die Finanzstabilität gefährdet sei, dann dürfe ein Euro-Staat seinen Bankensektor mit frischem Kapital ausstatten, sagte er der Zeitung. Er sei „fest davon überzeugt, dass Italien nun seine Banken rekapitalisieren muss, um Schlimmeres zu verhindern“.

Italien will Medienberichten zufolge beim Treffen der Euro-Finanzminister am Montag in Brüssel die Zustimmung zu einem Bankenrettungsplan einholen. Dazu müsste Rom eine Ausnahmeklausel der neuen EU-Abwicklungsregeln für Banken nutzen.

Von

afp

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