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25.02.2013

06:40 Uhr

Pläne des EU-Parlaments

Banken fürchten zu starke Bonus-Regulierung

Das Europäische Parlament will die Regeln für Bonuszahlungen an Bank-Manager verschärfen. Dem Bundesverband deutscher Banken geht der Vorschlag zu weit. Bereits jetzt gebe es klare Vorgaben.

Bankenverband-Geschäftsführer Michael Kemmer. dapd

Bankenverband-Geschäftsführer Michael Kemmer.

Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) hat vor einer zu starken staatlichen Regulierung von Bonuszahlungen an Spitzenbanker gewarnt. „Bereits heute müssen die Institute darauf achten, dass fixe und variable Vergütung in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen“, sagte BdB-Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Montagausgabe). „Den Vorschlag des Europäischen Parlaments halte ich daher für zu weitreichend.“

Das Europäische Parlament und die EU-Mitgliedsstaaten beraten derzeit über Regeln zur Begrenzung von Bonus-Zahlungen für Banker. Bislang sind sie zu keinem Ergebnis gekommen. Am Mittwoch soll ein erneuter Einigungsversuch unternommen werden.

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Auf dem Tisch lag zuletzt der Vorschlag des Parlaments, ein Verhältnis von Festgehalt und Bonuszahlung von eins zu eins vorzuschreiben. Nur wenn die Aktionäre zustimmen, könnte die Gratifikation doppelt so hoch ausfallen wie das Gehalt. Der Bankenverband fordere, dass die Aktionäre und Eigentümer frei über das Verhältnis von Boni und Festgehalt entscheiden könnten, berichtete die Zeitung.

Gehälter der Wall-Street-Größen

John Stumpf

Streng genommen ist John Stumpf kein Wall-Street-Banker. Doch mit einer Jahresvergütung von 19,3 Millionen Dollar hat Wells Fargo mit Hauptsitz an der Westküste der USA ihren Chef an die Spitze der Finanzindustrie katapultiert. Während Branchengrößen wie JP-Morgan-Chef Jamie Dimon Einbußen hinnehmen mussten, stieg das Einkommen von Stumpf 2012 um acht Prozent. Nach Rekordgewinnen im vergangenen Jahr stockte Wells Fargo Stumpfs Grundgehalt von 2,8 Millionen Dollar mit einem Bonus von vier Millionen Dollar und Aktien im Wert von 12,5 Millionen Dollar auf.

Brian Moynihan

Der Chef der Bank of America hat im Jahr 2012 stolze 12,1 Millionen Dollar verdient. Damit rückt er in die Liga der bestbezahlten Manager der US-Bankenwelt ein. Die Vergütung von Brian Moynihan stieg gegenüber dem Vorjahr um 73 Prozent. Doch die Spitzenverdiener, Loyd Blankfein von Goldman Sachs und John Stumpf von Wells Fargo, überholt er nicht überholen.

James Gorman

Morgan-Stanley-Chef James Gorman verdiente 2012 mit 9,75 Millionen Dollar sieben Prozent weniger als im Vorjahr.

Jamie Dimon

Jamie Dimon, Chef von JP Morgan, nimmt eine Halbierung seines Bonus für 2012 hin. Er kassiert 11,5 Millionen Dollar. Das Institut wurde von einem Händlerskandal erschüttert. Ein Mitarbeiter mit dem Spitznamen „Londoner Wal“ hatte mehr als sechs Milliarden Dollar verzockt.

Michael Corbat

Der neue Citigroup-Vorstandschef Michael Corbat streicht für 2012 ein sattes Gehalt von 11,5 Millionen US-Dollar ein. Corbat übernahm den Spitzenposten erst im Oktober vergangenen Jahres und stellte die Weichen für den Abbau von 11.000 Stellen.

Die neuen Vorgaben sollen im Rahmen des Basel-III-Abkommens für verschärfte Banken-Regeln erlassen werden. Ziel ist, eine Wiederholung der Finanzkrise zu verhindern.

Von

rtr

Kommentare (6)

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himmelfreundpointner

25.02.2013, 08:13 Uhr

Bankenverband-Geschäftsführer Michael Kemmer ist vom "Vorsitz der Bayern LB (BLB)" geschaßt worden. Prozeß wurde (noch) keiner geführt. normalerweise wird man geschaßt wegen mangelnder leistung oder gar verfehlungen. herr kemmer ist eben ein stehaufmännchen und glückspilz!

Mazi

25.02.2013, 09:04 Uhr

Es ist richtig das Thema zu führen und die "Verteidigungsposition" von Kemmer ist nicht mehr als "Pflichterfüllung".

Wenn das Thema geführt wird und auch von EU aufgegriffen wird, dann sollte das Thema grundsätzlich geregelt werden. Dabei ist zu beachten, dass in der EU 46.000 EU-Beamte monatlich über 11.200 Euro (netto) nach Hause schleppen. Selbst Redling, zuständig und ohne Verantwortung für den ESM, bringt es auf jährlich 324.000 Euro (brutto).

http://www.wiwo.de/politik/europa/top-gehaelter-so-viel-verdienen-eu-beamte/6860020.html

Liest man diese Zahlen, dann hat das nichts mit einer aufklaffenden Einkommensschere zu tun. Das ist reines Absahnen aufgrund mangelnder Kontrolle. Bringt man auch noch den Begriff der Korruption in de Debatte ein, ist kein Halten mehr.

Wenn wir unsere Demokratie verteidigen wollen, dann müssen wir diese Unwüchse abstellen und Zahlungen und erst recht Pensionen auf ein vertretbares Niveau zusammenstreichen. Ein Erhöhen wie Peer es wollte und vorhat, ist mit Sicherheit die falsche Maßnahme.

svebes

25.02.2013, 09:19 Uhr

Ich verdrücke mir gerade ein Tränchen. Auch hier in der SChweiz wird mit Sicherheit die Abzocker-Initiative angenommen werden. Ganz sicher werden die soliden Manager trotzdem gerne einen Job annehmen. Dem restlichen Zockerpack geht hoffentlich sehr bald der Boden aus. Das sind eh nur ethisch und moralisch entkoppelte Gangster aus einem Paralleluniversum im Anzug.

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