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05.01.2006

07:58 Uhr

Pleister geht in die Offensive

Volksbanken prüfen Einstieg bei Sparkassen

VonSigrid Aufterbeck und Robert Landgraf

Der genossenschaftliche Finanzverband bereitet sich auf mögliche Beteiligungen im öffentlich-rechtlichen Sparkassenlager vor. Der Verband führe „grundsätzliche Überlegungen über die Beteiligung genossenschaftlicher Institute an Sparkassen“, sagte der Präsident des Bundesverbands der Volks- und Raiffeisenbanken, Christopher Pleister, dem Handelsblatt.

Foto: dpa

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FRANKFURT. Schon jetzt arbeiten die Gesetzgeber auf Länderebene daran, Rechtsformen zu finden, die im öffentlich-rechtlichen Sektor neue Beteiligungsverhältnisse ermöglichen. „Auf die Chancen, die daraus entstehen, wollen wir vorbereitet sein“, sagte Pleister. Es werde geklärt, über welche Konstruktionen ein Einstieg bei Sparkassen theoretisch denkbar wäre und welche Gremien entscheiden.

Das Sparkassenlager wehrt sich vehement gegen den Verkauf von Anteilen der öffentlich-rechtlichen Institute. Der Verbandspräsident Dietrich Hoppenstedt lehnt insbesondere Übernahmen außerhalb des öffentlich-rechtlichen Sektors rigoros ab. Ein Verbandssprecher betonte am Mittwoch, dass ein Einstieg der Volksbanken die Finanzgruppe zerstören würde.

Angesichts knapper Kassen denken viele Kommunen über den Verkauf von Sparkassenanteilen nach. Die hessische Landesregierung will die Bildung und Übertragung von Stammkapital ermöglichen. Dies wäre der erste Schritt für Beteiligungen oder Übernahmen – zunächst allerdings nur innerhalb des öffentlich-rechtlichen Bankensektors.

Angesichts einer ähnlichen Kundenstruktur, Verbundorganisation und regionaler Orientierung sind Sparkassen für die Genossenschaftsbanken attraktiv, um neue Kunden zu gewinnen. „Das Interesse liegt darin, Retail-Kunden zu akquirieren“, sagte Pleister.

Für Experten ergibt der Einstieg der Volksbanken bei den Sparkassen durchaus Sinn. Wolfgang Gerke, Professor für Bank- und Börsenwesen an der Universität Erlangen-Nürnberg, unterstreicht das Potenzial solcher Übernahmen. Allerdings sieht er schon jetzt Möglichkeiten der Kooperation auf regionaler Ebene. Auch die Übernahme von Geschäftsfeldern sei möglich. Auf der anderen Seite zeigt er Verständnis für den Widerstand im öffentlich-rechtlichen Lager. „Die Sparkassen müssen Acht geben, dass ihnen nicht die Rosinen aus dem Verbund herausgekauft werden“, sagt Gerke.

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