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10.11.2011

12:32 Uhr

Pleite in den USA

BayernLB verliert Millionen in Jefferson

Wie viele Bayern wohl wissen, wo Jefferson County liegt? Wie auch immer: Ihre Landesbank hat 52 Millionen Dollar dort investiert. Nun ist die US-Kommune pleite und die BayernLB schaut in die Röhre. Sie ist nicht allein.

Das war wohl nichts: Die BayernLB hat sich in den USA verzockt. dpa

Das war wohl nichts: Die BayernLB hat sich in den USA verzockt.

Washington/MünchenDer Verwaltungsbezirk Jefferson im US-Bundesstaat Alabama hat nach offiziellen Angaben die Einstellung der Zinszahlungen für seine Schuldenlast von 3,1 Milliarden Dollar (knapp 2,8 Milliarden Euro) beschlossen.

Der Beschluss des Jefferson County fiel nach Informationen der „Birmingham News“ am Mittwoch (Ortszeit) mit vier Stimmen gegen eine. Es ist der größte derartige Zahlungsstopp einer regionalen US-Verwaltungseinheit in der Geschichte. Zu den größten Gläubigern von Jefferson County zählt die deutsche BayernLB mit einem Anteil von 52,1 Millionen Dollar.

Die hohe Schuldenlast von Jefferson County ist vor allem auf eine komplizierte Vereinbarung für die Finanzierung von Kläranlagen zurückzuführen. Darin waren variable Zinsen vorgesehen. Der Bezirk zählt 650.000 Einwohner.

Einen ähnlichen Beschluss über die Einstellung von Zinszahlungen fasste kürzlich die Stadt Harrisburg im Bundesstaat Pennsylvania. Der Rat der mit 300 Millionen Dollar überschuldeten Stadt hatte seit mehr als einem Jahr über diesen Ausweg aus der Krise diskutiert. Man habe jetzt in den Verhandlungen mit den Investoren "mehr Macht", sagte Mark Schwartz, der Anwalt der Stadt.

Bislang haben nur wenige den Ausweg über eine Insolvenz gesucht, in der sie die Besitzer von Anleihen zu größeren Zugeständnissen zwingen können. Experten befürchten in der Folge erhebliche Probleme für den 2,8 Billionen Dollar großen Markt für US-Kommunalanleihen.
Die BayernLB ist kein Einzelfall: In den Bilanzsummen der Institute schlummern Milliardenrisiken aus Kreditengagements bei hochverschuldeten US-Kommunen, Risiken aus Beständen an Bonds und Schuldverschreibungen.

Das Bundesfinanzministerium bezifferte das Engagement von 17 wichtigen Banken bei den US-Gebietskörperschaften auf 38 Milliarden Dollar. Dazu kamen Ende September rund 13 Milliarden gegenüber US-Bundesstaaten, wie die Bankenaufsicht BaFin ermittelte.

Kommentare (27)

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10.11.2011, 09:52 Uhr

Da soll man die hochbezahlten Verantwortlichen der Bayern LB zur Verantwortlichkeit ziehen - nicht den Buerger.

rhergo

10.11.2011, 10:13 Uhr

Wieso finanziert die Bayerische Landesbank den Bau und Unterhalt von Kläranlagen in Alabama, während die Kosten für Umbauten und Erweiterungen von Kläranlagen in Niederbayern durch von Grundstückbesitzern zu erbringende Zwangsabgaben zu bezahlen sind? Wo blieb hier die Unterstützung mit bayerischem Geld? Wieso Amerika und nicht Bayern? Ein eklatanter Mißbrauch. Wer von der BayernLb hat dafür wieder wieviel Boni und Provisionen kassiert? Fragen über Fragen!

moxfan

10.11.2011, 10:29 Uhr

Vor ca. 5 Jahren hatte ich die Gelegenheit für meinen Arbeitgeber eine Forfaitierung bei der BALABA für einen in die benachbarte Schweiz expandierenden Mittelständler aus dem Ländle anzufragen. Der im Sekundärrohstoffsektor tätige Kunde wurde von der BALABA mit der Begründung abgelehnt, er sei nicht im Stammland der Balaba beheimatet! Und wieder muß die Frage gestellt werden: was haben die Landesbanken im Ausland zu schaffen! Wie das Beispiel Fahrenschon zeigt, die gesamte Sparkassenorganisation ist ein (Ex)Politiker Versorgungswerk. Daher die Schlußfolgerung: Auch für die Politiker sollte die Rentenversicherung ausreichend Vorsorge bereithalten, wenn sie schon fahrlässig über die Renten befinden und auf die EU sei vertraut: weg mit diesem Sparkassengeschäft; Deutschland (und Österreich und ...) ist overbanked!

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