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10.09.2012

16:58 Uhr

Pleitebank

IKB gibt Milliardengarantien zurück

Gute Nachrichten für die Bundesregierung: Die IKB hat Garantien im Umfang von zwei Milliarden Euro zurückgegeben. Damit reiht sich die IKB ein in einen Club von Banken, für die sich die Hilfe gelohnt hat.

Der Eingang der Mittelstandsbank IKB in Düsseldorf. dpa

Der Eingang der Mittelstandsbank IKB in Düsseldorf.

FrankfurtDie Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB windet sich zusehends aus der Abhängigkeit vom staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin. Die Bank gab am Montag weitere zwei Milliarden Euro an Staatsgarantien zurück, nachdem sie eine mit deren Hilfe aufgelegte Anleihe in gleicher Höhe getilgt hat, wie die IKB mitteilte.

Damit reduzieren sich die von ihr in Anspruch genommenen Garantien auf 1,75 Milliarden Euro. Die IKB war 2007 zum ersten deutschen Opfer der Finanzkrise geworden, weil sie sich mit US-Ramschhypotheken verspekuliert hatte. Neben einer milliardenschweren Kapitalspritze ihres damaligen Großaktionärs, der staatlichen Förderbank KfW, hatte sie 10 Milliarden Euro an Soffin-Garantien in Anspruch genommen.

Heute gehört die IKB dem US-Finanzinvestor Lone Star. Er hat bisher vergeblich versucht, einen Käufer für die Bank zu finden. Die restlichen Soffin-Garantien laufen am 1. Februar 2013 (750 Millionen Euro) und am 2. Februar 2015 (eine Milliarde) aus. Inzwischen versucht sich die IKB auch über Sparer zu refinanzieren, die sie mit hohen Zinsen für Tagesgeld-Einlagen lockt.

Das ist die Pleitebank IKB

Ursprünglich Mittelstandsbank

Die IKB Deutsche Industriebank war ursprünglich auf Finanzierungen für mittelständische Unternehmen spezialisiert. Seit dem Jahr 2000 investierte die IKB aber auch in strukturierte Wertpapiere. 17 Milliarden Euro wurden in Zweckgesellschaften wie Rhineland und Rhinebridge außerhalb der Bilanz angelegt. Die IKB verspekulierte sich mit US-Hypotheken musste 2007 von der KfW, dem Bund und anderen Banken mit 10 Milliarden Euro gerettet werden.

10 Milliarden Euro Garantien

Die IKB nutze zeitweise Bundesgarantien in Höhe von zehn Milliarden Euro. Gemäß den EU-Auflagen für erhaltene Beihilfen wurde die IKB fast halbiert. Die Bilanzsumme musste bis Ende September 2011 auf unter 33,5 Milliarden Euro reduziert werden. Nach dem letzten Stand von Ende März 2014 liegt die Bilanzsumme nun bei unter 25 Milliarden Euro. Auf dem Höhepunkt im März 2007 betrug sie 63,5 Milliarden Euro.

Tiefrote Zahlen

Die IKB schrieb lange tiefrote Zahlen. Im Geschäftsjahr 2013/2014 (per Ende März) lief es aber besser und dat Institut machte 32 Millionen Euro Gewinn – nach einem Verlust von 143 Millionen Euro im Jahr zuvor.

Fusionsberatung

Die IKB bietet neben Mittelstands-Finanzierungen heute auch Beratungsdienstleistungen beispielsweise für Fusionen und Übernahmen an. Infolge der EU-Auflagen und von Sparmaßnahmen hat sie mehrere Hundert Arbeitsplätze abgebaut. Im Jahr 2013 zählte die Düsseldorfer Bank gut 1400 Vollzeitarbeitsplätze.

Lone Star hat Mehrheit

2008 übernahm der US-Finanzinvestor Lone Star die IKB-Mehrheit von der staatlichen KfW. Lone Star sucht seit 2010 einen Käufer für IKB.

Insgesamt stehen beim Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin), mit dem die Bundesregierung die Folgen der Finanzkrise bewältigen will, damit noch 24,3 Milliarden Euro im Feuer. In der Spitze waren es fast 200 Milliarden Euro gewesen, davon 168 Milliarden an Garantien.

Davon sind noch 5,5 Milliarden Euro an Garantien übrig: für die IKB, die ebenfalls Lone Star gehörende Düsseldorfer Hypothekenbank (1,5 Milliarden Euro) und den Einlagensicherungsfonds der privaten Banken, der für die insolvente Deutschland-Tochter von Lehman Brothers einstehen musste (noch 2,2 Milliarden Euro).

Daneben hat der Soffin 18,8 Milliarden Euro an Kapital in deutsche Banken gesteckt, davon allein 9,8 Milliarden Euro in die Hypo Real Estate und ihre Nachfolgegesellschaften, 6,7 Milliarden Euro in die Commerzbank und 2,0 Milliarden Euro in den WestLB-Nachfolger Portigon. Auf die Kapitalspritzen hat der Soffin allerdings bereits Milliarden abgeschrieben.

Von

rtr

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