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17.01.2009

17:33 Uhr

Pleiten und Staatshilfe

US-Finanzbranche wird weiter angezählt

Den US-Finanzkonzernen droht nach den Milliardenverlusten bei der Citigroup ein wahres Schreckensquartal. Nun wurden die ersten Bankenpleiten des Jahres 2009 bekannt. Es traf dabei zwar nur zwei Regionalbanken, die US-Regierung ist angesichts der düsteren Aussichten dennoch alarmiert - und denkt offenbar laut über weitere Maßnahmen nach.

Medienberichten zufolge plant US-Finanzminister Henry Paulson weitere Hilfsmaßnahmen für die Finanzbranche. Foto: Reuters Reuters

Medienberichten zufolge plant US-Finanzminister Henry Paulson weitere Hilfsmaßnahmen für die Finanzbranche. Foto: Reuters

HB WASHINGTON. Die US-Regierung will einem Zeitungsbericht zufolge angesichts der hartnäckigen Finanzkrise ihre Hilfen für die Branche ausweiten. Finanzministerium, Notenbank und die Behörde zur Einlagensicherung berieten mit Mitgliedern der künftigen Regierung von Barack Obama eine Reihe von Optionen, berichtete das "Wall Street Journal" in seiner Internetausgabe am Freitag. Zuletzt hatte die CItigroup mit mehr als acht Milliarden Dollar Verlust die Märkte schockiert. Auch Branchenführer Bank of America muss auf Staatshilfen zurückgreifen.

Und es gibt noch mehr Beweise dafür, dass die US-Banken noch längst nicht über den Berg ist. So setzt sich die Serie der Bankenzusammenbrüche im Zuge der Finanzkrise auch 2009 fort. Als erste Institute in diesem Jahr wurden die National Bank of Commerce aus Illinois und die Bank of Clark County of Vancouver im Bundesstaat Washington am Freitag von der staatlichen Einlagensicherung FDIC geschlossen. Bei beiden handelt es sich um kleinere Regionalbanken.

Im vergangenen Jahr führte die Finanzkrise zu 25 Bankenpleiten in den USA. 2007 waren es nur drei. Der Zusammenbruch von Washington Mutal im September war der bislang größte eines Finanzinstituts in der US-Geschichte. Als Reaktion auf den sprunghaften Anstieg der Zusammenbrüche hat die FDIC die Garantie für Einzelkonten auf 250 000 Dollar angehoben.

Die National Bank of Commerce habe gut 430 Mio. Dollar an Vermögenswerten und rund 400 Mio. Dollar an Einlagen, teilte die FDIC mit. Bei der Bank of Clark County seien es Aktiva von knapp 450 Mio. und Einlagen von rund 370 Mio. Dollar. Die versicherten Einlagen der beiden Institute würden von zwei anderen Banken übernommen.

Zu den angedachten Maßnahmen zähle auch die Schaffung einer staatlichen, mit Steuergeldern finanzierten "Bad Bank" zum Aufkauf fauler Kreditpapiere, die derzeit noch die Bilanzen der Banken und damit das Finanzsystem schwer belasten. Als eine andere Möglichkeit werde ein breiterer Einsatz staatlicher Garantien für faule Anlagen von Geldhäusern diskutiert. Dieses Instrument setzte die US-Regierung bereits bei der Rettung der Großbanken Citigroup und Bank of America ein.

„All diese Ideen zielen darauf ab, die Kreditvergabe zu erleichtern“, sagte die Chefin der US-Einlagensicherungsbehörde FDIC, Sheila Bair. „Es ist von höchster Wichtigkeit, dass wieder Privatkapital in diese Banken fließt.“

US-Finanzminister Henry Paulson hatte am Freitag selbst betont, dass die Regierung weiterhin daran interessiert sei beizutragen, dass die Finanzbranche notleidende Vermögenswerte loswird. Dazu brachte er auch eine "Sammelbank" ins Gespräch, die solche Papiere aufkaufe und zunächst verwahre. Auch US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte unlängst ebenfalls auf einen "umfassenden Plan" gedrängt, der das Problem schwer verkäuflicher Vermögenswerte angehe.

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