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22.01.2004

08:11 Uhr

Polizisten stellen Unterlagen über Geldtransaktionen um Millionenerben Falk sicher

Justiz durchsucht Hauck & Aufhäuser

VonGregory Lipinski (Handelsblatt)

Im Betrugsfall um den Hamburger Verlegersohn und Millionenerben Alexander Falk hat die Staatsanwaltschaft Hamburg die Geschäftsräume der renommierten Frankfurter Privatbank Hauck & Aufhäuser in Hamburg, Frankfurt und Zürich durchsucht. Betroffen von der Razzia war auch die Schweizer Tochtergesellschaft Bastei Finanz AG der Privatbank.

HAMBURG. „Die Durchsuchung wurde durchgeführt, um Geldtransaktionen im Fall von Alexander Falk nachzuvollziehen“, erklärte ein Sprecher der Hamburger Staatsanwaltschaft gegenüber dem Handelsblatt. An der Durchsuchung sollen gestern mehr als 100 Polizisten teilgenommen haben. Sie stellten umfangreiche Unterlagen sicher. Jörg-E. Cramer, Chef der Frankfurter Bankhauses, wollte sich zu der Durchsuchung nicht äußern, weil es sich hierbei um ein „schwebendes Verfahren“ handelt.

Hintergrund der Razzia sind schwere Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen den Erben des gleichnamigen Falk-Verlags, der seit mehr als sieben Monaten in Hamburger Untersuchungshaft sitzt. Die Staatsanwaltschaft hegt gegen den ehemaligen Börsenstar den Verdacht wegen Betrugs und Verstoß gegen das Börsengesetz. Danach soll Falk & Co. durch Scheingeschäfte den Umsatz des Internetproviders Ision AG im Jahr 2000 um rund 8,7 Mill. Euro manipuliert haben. Die damit verbundenen Pflicht-Mitteilungen hatten den Aktienkurs der am Neuen Markt notierten Gesellschaft Ision beeinflusst. Nur so habe Falk 75 % des Internetunternehmens Ende des Jahres 2000 zu einem überhöhten Preis von 812 Mill. Euro an die britische Energis plc verkaufen können. Energis verhob sich an diesem Kauf und musste Insolvenz anmelden. Viele Kleinaktionäre verloren ihr Geld. Die deutschen Aktionäre erhielten für ihre Ision-Aktien Energis-Papiere, die binnen Monaten wertlos wurden.

In die Affäre um Alexander Falk ist Mitte 2003 die Frankfurter Wertpapierhandelsbank Hornblower Fischer geraten. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hatte Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahren gestellt. Hornblower Fischer hatte die Maßnahme stark kritisiert; denn das Haus besaß Liquidität, konnte darüber aber nicht verfügen, weil rund zwei Millionen Euro aus Forderungen an Falk von der Staatsanwaltschaft gesperrt wurden. Nun hat der ehemalige Vorstandschef von Hornblower Fischer auf einer außerordentlichen Hauptversammlung einen Sonderprüfer bestellt. Er soll u. a. Schadensersatzansprüche gegen den Aufsichtsratschef Falk prüfen. Falk war Mehrheitsgesellschafter bei der Bank.

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