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04.08.2014

15:23 Uhr

Portugals Krisenbank Espírito Santo

Und wieder eine Rettung!

Eigentlich sollten marode Banken auch geschlossen werden dürfen. Darum wurde in der EU eine gefühlte Ewigkeit gerungen. Doch in Portugal läuft wieder alles wie gehabt. Manche Gläubiger müssen nicht zahlen, andere büßen.

Espirito Santo vor der Pleite

EU-Hilfspaket soll portugiesische Privatbank retten

Espirito Santo vor der Pleite: EU-Hilfspaket soll portugiesische Privatbank retten

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LissabonPortugal rettet die angeschlagene heimische Bank Espírito Santo (BES) mit übrig gebliebenen Milliarden aus dem EU-Hilfspaket. Das Institut werde im Rahmen der Aktion in einen „guten“ Teil sowie eine „Bad Bank“ aufgespaltet, teilte die Zentralbank des südeuropäischen Landes in der Nacht auf Montag mit. Mit 4,9 Milliarden Euro soll ein Abwicklungsfonds finanziert werden, den Portugal 2012 gründete und aus dem wiederum der „guten“ Bank eine Geldspritze verabreichen werde.

Die Rettungsaktion ist ein Rückschlag für Portugal. Das Land hatte erst kürzlich das internationale Hilfsprogramm verlassen und noch Kapital in Höhe von rund sechs Milliarden Euro übrig. Die Europäische Kommission teilte umgehend mit, dass sie den Rettungsplan Lissabons für die Bank billige.

Während vorrangige Gläubiger und Einlagekunden nicht zur Kasse gebeten werden, kommen auf die Gläubiger nachrangiger Anleihen Verluste zu. Die europäischen Aufsichtsbehörden wollen verhindern, dass die Steuerzahler für die Verluste von gestrauchelten Banken aufkommen müssen. Die Problem-Aktiva der BES, darunter Kredite an andere Teile der Espirito Santo-Gruppe sowie der Anteil der Bank an ihrer angolanischen Tochter, bleiben bei den Aktionären und den Gläubigern der nachrangigen Anleihen der Bank, berichtete die portugiesische Notenbank.

Größte Banken der Welt (nach Bilanzsumme)

Platz 11

Deutsche Bank
Deutschland
1955 Milliarden Euro

Stand: Ende Juni 2015. Quelle: Bloomberg.

Platz 10

Barclays
Großbritannien
1960 Milliarden Euro

Platz 9

Bank of America
USA
1998 Milliarden Euro

Platz 8

BNP Paribas
Frankreich
2078 Milliarden Euro

Platz 7

Mitsubishi UFJ
Japan
2224 Milliarden Euro

Platz 6

JP Morgan Chase
USA
2402 Milliarden Euro

Platz 5

Bank of China
China
2408 Milliarden Euro

Platz 4

HSBC
Großbritannien
2489 Milliarden Euro

Platz 3

Agricultural Bank of China
China
2531Milliarden Euro

Platz 2

China Construction Bank
China
2627 Milliarden Euro

Platz 1

Industrial and Commercial Bank of China (ICBC)
China
3216 Milliarden Euro

„Wer weiß schon, wie viel noch für die nachrangigen Anleihen hereingeholt werden kann?“ sagt John Raymond, Analyst bei CreditSights in London. „Man muss sehen, was auf der Aktiva-Seite der Bilanz bei Banco Espirito Santo übrig bleibt. Aber da dies alles Kredite an andere Mitglieder der Gruppe und der Anteil an BES Angola sind, dürfte das recht gering ausfallen.“

Kommentare (21)

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Herr Leonhard Fischer

04.08.2014, 08:03 Uhr

Dafür ist das Geld ja auch da. Denn für solche Fälle wurden ESM und andere Rettungsmaßnahmen in Europa zum Glück extra konzipiert. So einfach ist das. Over and out !

Hoch lebe das Vereinigte Europa. Viva Europa !

Herr wulff baer

04.08.2014, 08:25 Uhr

Die Einschläge in der Schulden- und Transfer-Union werden immer dichter.
Und immer dichter wird das Netz der gezielten Desinformation im Mainstream.
Einem so kleinen heruntergewirtschafteten Land auch nur einen Hauch von finanzieller Stabilität anzudichten, ist genauso gelogen, wie dem Super-Pleitier und Kreditbetrüger Griechenland zu attestieren, es wäre auf einem guten Weg.

Herr Teito Klein

04.08.2014, 08:31 Uhr

Espirito Santo mit EU-Milliarden gerettet.
-----------
Die Pleitebank BES wurde mit 4,9 Milliarden Euro "Rettungsgeldern" aus dem "Rettungspaket" von 78 Milliarden Euro "gerettet".
Hiervon waren noch rund 6 Milliarden übrig.
Die Eurokraten jubeln!
Warum hat man die Bank nicht einfach pleite gehen lassen?
Es handelte sich um Misswirtschaft und Korruption.
Warum soll der europäischer Steuerzahler dafür aufkommen?

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