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14.07.2014

12:05 Uhr

Portugiesische Bank

Espirito Santo zieht Chefwechsel vor

Die angeschlagene portugiesische Banco Espirito Santo tauscht ihren Chef früher aus als geplant. Gefordert hatte den Personalwechsel die Zentralbank. Die Anleihen der Bank sacken auf ein Rekordtief ab.

Filiale der Banco Espirito Santo: In Zukunft wird der Volkswirt Vitor Bento an der Spitze des Konzerns stehen. Reuters

Filiale der Banco Espirito Santo: In Zukunft wird der Volkswirt Vitor Bento an der Spitze des Konzerns stehen.

LissabonAuf Druck der portugiesischen Zentralbank hat die in Turbulenzen geratene Banco Espirito Santo einen geplanten Wechsel an der Spitze des Geldinstitutes vorgezogen. Wie das Geldhaus am Montag mitteilte, stimmte der Verwaltungsrat einer sofortigen Neubesetzung zu. Nach bisheriger Planung sollten die Manager erst Ende Juli auf ihre Posten kommen. Espirito Santo hatte erklärt, dass der Volkswirt Vitor Bento neuer Konzernlenker wird und der Chef der portugiesischen Schuldenagentur, Joao Moreira Rato, den Posten des Finanzvorstands erhält.

Die Zentralbank hatte den Personalwechsel am Sonntag gefordert, um die größte börsennotierte Bank des Landes von den Zahlungsproblemen ihrer Gründerfamilie abzuschirmen. An den Kapitalmärkten kamen in der vergangenen Woche Befürchtungen auf, die Turbulenzen könnten die gesamte portugiesische Finanzbranche in die Krise stürzen.

Der Kurs der Anleihen der Banco Espirito Santo sank daraufhin auf ein Rekordtief. Auch, weil zuvor eine Muttergesellschaft der portugiesischen Bank erklärt hatte, sie habe 4,99 Prozent an der Bank wegen einer Nachschussforderung verkaufen müssen. Die Espirito Santo Financial Group teilte mit, sie habe ihre Beteiligung auf 20,1 Prozent verringert, um einer Nachschussforderung auf einen Kredit nachzukommen, den sie während des Bezugsrechtsangebots der Bank über 1,04 Mrd. Euro im Juni aufgenommen hatte.

Die im November 2023 fällige Anleihe von Banco Espirito Santo sank laut Bloomberg-Daten um 2,9 Cent auf 84 Cent je Euro Nominalwert, die Rendite stieg auf 9,58 Prozent. Espirito Santo Financial Group hatte sich laut einem Bericht der Zeitung Expresso mehr als 100 Mio. Euro von Nomura geliehen, um Aktien von Banco Espirito Santo zu kaufen.

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