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03.02.2004

08:50 Uhr

Positives Echo vom Dachverband

Rheinische Sparkassen bündeln Kräfte

VonCaspar Dohmen (Handelsblatt)

Die rheinischen Sparkassen wollen bei Abwicklungsaktivitäten künftig zusammenarbeiten. „Bis Mitte des Jahres soll eine gemeinsame Holdinggesellschaft gegründet werden,“ sagte gestern Michael Kranz, als Landesobmann Sprecher der 40 rheinischen Sparkassen. In der Dachgesellschaft mit Sitz in Düsseldorf sollen alle Abwicklungstöchter gebündelt werden, die die rheinischen Sparkassen bisher untereinander gegründet haben. Das Modell könnte Vorreiterfunktion für die deutsche Sparkassenorganisation haben, die sich derzeit in einem tief greifenden Restrukturierungsprozess befindet.

BONN. Die Sparkassen stehen mit der Bündelung der Abwicklung nicht allein da. So hatten im Herbst Deutsche Bank und Dresdner Bank entschieden, ihren Zahlungsverkehr von der Postbank abwickeln zu lassen. Der Chef der DZ Bank, das Spitzeninstitut der Volks- und Raiffeisenbanken, Ulrich Brixner, hält auch eine Kooperation bei der Abwicklung zwischen Privatbanken, Sparkassen und Volksbanken für möglich.

An der rheinischen Sparkassenholding sollten alle regionalen Institute Anteile erwerben, sagte Kranz, der auch Chef der Sparkasse Bonn ist. Beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) gibt es ein positives Echo. Die geplante Holding für Abwicklungsbereiche entspreche der Strategie der Sparkassen-Finanzgruppe, sagte ein Sprecher. „Diese sieht vor, die Kräfte zu bündeln. Durch die Einbindung des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes in die Holding können diese Aktivitäten der rheinischen Sparkassen nun noch besser koordiniert werden.“

Vorreiter im Rheinland bei der Auslagerung waren die beiden Großsparkassen aus Köln. Die Stadt- und Kreissparkasse hatten bereits vor fünf Jahren ihren Zahlungsverkehr auf eine gemeinsame Tochtergesellschaft – die SSG – ausgelagert. Wenig später wurde die GKS für Marktfolgetätigkeiten wie Kontenservice gegründet. Bisher gibt es im Rheinland gut zehn Abwicklungsgesellschaften der Sparkassen. Dem Vernehmen nach sollen aber noch nicht alle bereit sein, vom Start weg bei der Holdinggesellschaft mitzumachen.

Ebenso offen ist die Teilnahme der Sparkasse Bonn an einer möglichen Kapitalerhöhung der WestLB. „Ich bin von der Notwendigkeit noch nicht überzeugt“, sagte Kranz. Die Sparkassen ließen sich nicht von vornherein einreden, dass es keine Alternative zu einer Kapitalerhöhung gebe, betonte er. Man stehe erst am Anfang eines Prozesses – noch lägen nicht einmal die Zahlen der Bank von 2003 vor. Zudem müsse die WestLB erst einmal ein überzeugendes Geschäftsmodell präsentieren. Gleichzeitig ließ Kranz jedoch keinen Zweifel an der Bedeutung der WestLB für die Sparkassen. Selbst große Institute, wie es sein Haus nach der geplanten Fusion mit der Stadtsparkasse Köln sein werde, würden im künftigen Wettbewerb kaum ohne die WestLB auskommen. Allerdings müsse diese stärker als bisher Verständnis für die Belange der Sparkassen zeigen. Hier setzt Kranz auch auf Norbert Emmerich, der gestern laut WestLB-Mitteilung in den Vorstand der Bank berufen worden ist.

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