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Postbank

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Gewerkschaft verlangt eine Verlängerung des Kündigungsschutzes

Der freiberufliche Fotograf Walter Vorjohann ist ebenfalls verärgert, zeigt allerdings Verständnis für den Arbeitskampf der Gewerkschaft. „Dass die Filialen heute zu haben, ist schon nervig. Aber dass die Mitarbeiter für ihre Interessen kämpfen, verstehe ich natürlich.“ Der Groll gegen die außerplanmäßige Schließung der Filialen richtet sich vor allem gegen die Postbank und die Deutsche Bank.

Kunde Boris Reimer schüttelt zunächst den Kopf, als der Sicherheitsmitarbeiter ihm mitteilt, dass bei der Postbank an der Konstablerwache heute keine Briefmarken bekäme. Allerdings findet er es gut, dass die Mitarbeiter auf diese Weise ihren Protest äußern. „Die sollen für ihre Rechte kämpfen“, sagt Reimer. „Dafür nehme ich auch die Extrameter zur nächsten Post-Filiale in Kauf.“

Hintergrund für die Betriebsversammlungen sind die zähen Tarifgespräche zwischen Postbank und den Gewerkschaften, in denen es nicht nur um Gehälter, sondern vor allem auch um den Kündigungsschutz geht. Seit klar ist, dass die Postbank vollständig in die Deutsche Bank integriert werden soll, hat gerade der Kündigungsschutz für die Arbeitnehmervertreter an Brisanz gewonnen. Die Gewerkschaft fordert bei der Integration von der Postbank den Kündigungsschutz bis 2022 zu verlängern. Ein Angebot hat die Postbank hierzu allerdings nicht vorgelegt. „Die Deutsche Bank hat die Postbank vor Jahren gekauft, jetzt sollen sie für die Postbank und die Mitarbeiter auch geradestehen“, findet Kunde Reimer.

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Auf den Betriebsversammlungen wird es Arbeitnehmerkreisen zufolge um den Stand der Tarifgespräche gehen. Dass diese Betriebsversammlungen nun alle bundesweit am gleichen Tag stattfinden, kann man wohl als eine Art „Aufwärmübung“ für die geplanten Warnstreiks werten. Vergangene Woche hatte die Gewerkschaft Verdi daher bundesweite Warnstreiks angekündigt, die in der kommenden Woche beginnen dürften.

Die Postbank-Kunden müssen daher damit rechnen, dass sie in nächster Zeit wieder vor verschlossenen Filialtüren stehen werden. Für Renate Hirschfeld, die am Mittwoch ebenfalls vergeblich auf ein Beratungsgespräch in der Frankfurter Postbank-Filiale gehofft hatte, wäre das nichts Neues. „So etwas habe ich schon oft erlebt“, erklärt die Rentnerin. „Der Service ist ohnehin schon eine Katastrophe – die Schlangen in den Filialen sind oft riesig.“ Frau Hirschfelds Frust über die Postbank dürfte mit den kommenden Warnstreiks noch größer werden.

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