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20.04.2015

08:31 Uhr

Postbank

Unbefristete Streiks bei Postbank beginnen

Mit 95 Prozent haben sich die in der Gewerkschaft Verdi organisierten Mitarbeiter der Postbank für einen unbefristeten Streik ausgesprochen. Der Arbeitskampf beginnt heute. Dem Haus steht eine ungewisse Zukunft bevor.

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BerlinDie Beschäftigten der Postbank haben sich für einen unbefristeten Streik ausgesprochen. Die Mitarbeiter fürchten für den Fall eines Verkaufs der Tochter der Deutsche Bank Arbeitsplatzverluste und streben Beschäftigungsgarantien an. Mit dem Streikbeschluss eskalieren die Auseinandersetzungen um die Neuaufstellung des größten deutschen Geldinstituts.

Zunächst haben am Montagmorgen Postbank-Mitarbeiter in Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie in Teilen von Brandenburg und Thüringen die Arbeit niedergelegt. Viele Filialen bleiben wegen des Streiks geschlossen, wie ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi mitteilte. Betroffen sind Bankfilialen unter anderem in Leipzig, Dresden, Halle oder Cottbus. Mit Bussen würden die Beschäftigten am Vormittag nach Berlin fahren, um an einer Demonstration mit anschließender Kundgebung teilzunehmen. Die Gewerkschaft rechnet mit etwa 550 Teilnehmern.

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Die Deutsche Bank sucht nach einer neuen Strategie, um ihre chronische Renditeschwäche zu überwinden. Die Bundesregierung favorisiert unterdessen einen Verkauf der Postbank an einen europäischen Partner.

„Es geht den Mitarbeitern vor allem um einen längeren Kündigungsschutz“, sagte Wunderlich. Im festgefahrenen Tarifkonflikt fordert die Gewerkschaft für 9500 Mitarbeiter einen Kündigungsschutz bis 2020 und fünf Prozent mehr Geld. Das lehnt der Arbeitgeber ab. In einer Urabstimmung hatten sich 94,8 Prozent der Verdi-Mitglieder für Streik ausgesprochen.

Bei Warnstreiks seien an 33 Tagen bereits 670 Filialen bis zu vier Tage lang geschlossen gewesen, hieß es in einer Verdi-Mitteilung. In der nächsten Phase der Tarifauseinandersetzung sei mit „deutlicheren Auswirkungen“ zu rechnen.

Modelle für die Zukunft der Deutschen Bank

Modell 1

Weiter so wie bisher mit allen Produkten für alle Kunden. Vollintegration der Postbank in den Konzern. Wahrscheinlichkeit: sehr gering.

Modell 2

Verkauf oder IPO der Postbank und des BHW-Bauspargeschäfts. Die für den Verschuldungsgrad relevante Bilanzsumme würde im Investmentbanking um 195 Milliarden und im Retailbereich um 140 Milliarden Euro sinken. Wahrscheinlichkeit: mittel bis hoch.

Modelle 3 und 4

Fokus auf Kunden bzw. Länder. Optionen mit vielen Nachteilen. Wahrscheinlichkeit: null.

Modell 5

Abgespalten wird das inländische und europäische Privatkundengeschäft, inklusive der Postbank (400 Milliarden Bilanzsumme). Die neue Deutsche Bank ist dann eine Unternehmerbank mit Investmentbanking, Zahlungsverkehr und Vermögensverwaltung. Die Bilanzsumme sinkt um 50 bis 100 Milliarden auf rund eine Billion Euro. Wahrscheinlichkeit: hoch.

Die Deutsche Bank werde sich wahrscheinlich entscheiden, das Privatkundengeschäft im Rahmen der Strategieüberprüfung ganz oder teilweise aufzugeben, hieß es am Wochenende. Die Neuausrichtung der Bank soll noch vor Monatsende bekannt gegeben werden.

Einige Analysten sind der Meinung, dass der Verkauf des gesamten Privatkundengeschäfts und die anschließende Konzentration auf das Investmentbanking die größten Erträge bringen würden als nur eine Abspaltung der Postbank. Andere Analysten wiesen allerdings darauf hin, dass die Aufgabe des Privatkundengeschäfts die Bank um Einlagen für die eigene Finanzierung bringen würde

Die Privatkundensparte kam im vergangenen Jahr von den vier Geschäftsbereichen der Bank auf die niedrigste Eigenkapitalrendite und, gemessen an den Erlösen, auf die höchsten Kosten. Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank wird nach Informationen des Handelsblatts am Freitag dieser Woche zusammentreten, um die strategische Zukunft der Bank zu erörtern.

Kommentare (1)

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Herr Ingo Ulrich

20.04.2015, 16:13 Uhr

Liebe Gewerkschaften,

Habt Ihr euren Mitgliedern auf die zukünftige Rente vorbereitet ?
Oder aufgezeigt, wie der KURS steht bei einem Rentenniveau von 43% ???

Wenn ich mir die Gehälter und .Löhne anschaue, dann sehe ich Altersarmut und eine miese Lebensqualität nach 45 Jahren ARBEIT !!!

Viele werden kaum mehr eine Rente (sogar weniger, der unter 2000€ Brutto-Gehalt / Monat bei 45 Jahren Renten-Einzahlung) erhalten, als einer, der noch nie gearbeitet hat in Deutschland, oder einen CENT Steuern bezahlt hat !
Das sind deutlich mehr als 40 % der betroffenen Arbeitnehmer ! Eine Schande für unsere Gesellschaft !

Und wer schützt die Arbeitnehmer, die unschuldig die 45 Jahre nicht erreichen durften ???

Entweder sind die Gehälter und Löhne deutlich zu niedrig, oder das Rentenniveau !

Auch in dieser existenziellen und wichtigen Angelegenheit müsst Ihr Gewerkschaften aktiver werden!

Und kommt nicht mit der RIESTER-Verar..hung, ! Auch hier ist einiges zu tun !
Am besten man schafft diese miese LOBBY-Rente ab !!!

Auch die Medien könnten mal mit seriösen Zahlen und Beispielen aufklären !

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