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19.01.2011

00:49 Uhr

Prestigedeal

Deutsche Bank betreut Verkauf von AIG

Die US-Regierung will nicht länger die Holdinggesellschaft für die Finanzindustrie spielen. Auch die Aktien des einst weltgrößten Versicherers AIG sollen wieder in den Besitz privater Anleger übergehen. Den Milliardenverkauf betreuen mehrere Banken - darunter anscheinend auch der deutsche Marktführer.

Deutsche Bank: Der Vielfalt halber im Konsortium. DAPD

Deutsche Bank: Der Vielfalt halber im Konsortium.

HB FRANKFURT. Der Verkauf des staatlichen Mehrheitsanteils an dem US-Versicherungsriesen AIG soll offenbar unter anderem von der Deutschen Bank geleitet werden.

Der einst weltgrößte Versicherer habe für die Transaktion, die zu den bislang zehn größten Aktienofferten zählen könnte, neben dem deutschen Branchenprimus die US-Institute Bank of America, Goldman Sachs und JPMorgan Chase ausgewählt, sagte eine eingeweihte Person am Dienstag.

Um eine Auswahl zu treffen, hatten sich Vertreter von AIG und der US-Regierung am Donnerstag in New York mit Spitzenmanagern von weltweit führenden Banken getroffen. Die US-Regierung hatte AIG im September 2008 mit Hilfen über insgesamt 182 Milliarden Dollar vor dem Zusammenbruch bewahrt.

Die drei US-Institute gehörten von vorneherein zu den Favoriten für den Verkauf des staatlichen AIG-Anteils von gut 90 Prozent. JPMorgan und die Bank of America hatten eine Schlüsselrolle bei der Vergabe von Krediten über 4,3 Milliarden Dollar an AIG im Dezember inne. Goldman und AIG haben schon seit längerem eine enge Verbindung.

Die Auswahl der Deutschen Bank kommt da etwas überraschender. Dies könnte darauf deuten, dass AIG an einer größeren Zahl von ausländischen Investoren interessiert ist, wie Experten vermuten. Nach Informationen aus mit der Situation vertrauten Kreisen ist der Verkauf eines großen AIG-Pakets durch den Staat im Mai wahrscheinlich.

Es wird erwartet, dass die Regierung mindestens Aktien im Volumen von 15 Milliarden Dollar verkaufen wird. Bei AIG dürfte es sich um ein Paket von drei Milliarden Dollar handeln.

Den Banken winkt ein Prestigedeal, um den sich viele balgen. Finanzkreisen zufolge dürften daher die Gebühren dafür allerdings auch geringer ausfallen als bei anderen Transaktionen ähnlicher Größe. Die Institute hätten in etwa eine Bezahlung in der Höhe zu erwarten wie die Institute, die GM-Aktien der Regierung an die Börse brachten.

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