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27.07.2016

16:14 Uhr

Privatbank EFG

Schweizer Vermögensverwalter überzeugt Aktionäre

Die Vorbereitungen der EFG International für die milliardenschwere BSI-Übernahme laufen nach Plan, auch andere Hiobsbotschaften bleiben aus. Die Anleger freut es: Die EFG-Aktie schnellte um bis zu 21 Prozent nach oben.

Die Schweizer Privatbank will durch die BSI-Übernahme zum fünftgrößten Vermögensverwalter der Schweiz aufsteigen. Reuters

EFG International in Zürich

Die Schweizer Privatbank will durch die BSI-Übernahme zum fünftgrößten Vermögensverwalter der Schweiz aufsteigen.

ZürichDer Schweizer Vermögensverwalter EFG International hat mit einem besser als erwarteten Halbjahresbericht Bedenken seiner Aktionäre zerstreut. Zwar schrumpfte der Gewinn wegen Sonderkosten um mehr als die Hälfte auf 22,3 Millionen Franken, wie die Privatbank am Mittwoch mitteilte. Damit schnitt EFG jedoch besser ab, als von Experten erwartet.

Zudem blieben weitere Hiobsbotschaften aus. Im Gegenteil: Die Vorbereitungen für die milliardenschwere Übernahme der Tessiner Konkurrentin BSI liefen nach Plan, den Deal noch im laufenden Jahr abzuschließen, sagte EFG-Chef Joachim Strähle. An der Börse schnellte die Aktie bis zu 21 Prozent nach oben. Seit Jahresbeginn hat das Papier damit aber immer noch mehr als die Hälfte an Wert verloren.

Viele Anleger hatten Zweifel an der Finanzierung der bis zu 1,3 Milliarden Franken schweren BSI-Übernahme, mit der EFG zum fünftgrößten Vermögensverwalter der Schweiz aufsteigen will. „Wir wollen diese Sorgen ausräumen. Wir wollen dem Markt zeigen, dass EFG absolut im Stande ist, diesen Deal zu machen und Vertrauen aufbauen“, sagte Strähle zu Reuters. EFG will die etwa gleich große BSI von der brasilianischen Investmentbank BTG Pactual übernehmen.

Doch mittlerweile hat die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma die Schließung von BSI angeordnet – wegen deren Verwicklung in den milliardenschweren Geldwäsche-Skandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB. Gegen diese und andere Rechtsrisiken habe sich EFG jedoch abgesichert – für sie muss bis zu einem gewissen Grad BTG geradestehen. Um welchen Betrag der Kaufpreis für BSI dadurch sinken könnte, ließ das EFG-Management offen.

Die größten Investmentbanken der Welt

Zur Analyse

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gingen im ersten Halbjahr 2016 laut Thomson Reuters die Umsätze von Investmentbanken mit Börsengängen, M&A-Beratung sowie neu begebenen Anleihen und Krediten um mehr als 23 Prozent zurück.

Platz 10

RBC Capital Markets

Einnahmen: 757 Millionen Dollar

Rückgang: 32,6 Prozent

Platz 9

Wells Fargo

Einnahmen: 891 Millionen US-Dollar

Rückgang: 28,9 Prozent

Platz 8

Deutsche Bank

Einnahmen: 1,269 Milliarden Dollar

Rückgang: 34,4 Prozent

Platz 7

Credit Suisse

Einnahmen: 1,309 Milliarden Dollar

Rückgang: 25,0 Prozent

Platz 6

Barclays

Einnahmen: 1,420 Milliarden Dollar

Rückgang: 22,0 Prozent

Platz 5

Citibank

Einnahmen: 1,420 Milliarden Dollar

Rückgang: 20,3 Prozent

Platz 4

Morgan Stanley

Einnahmen: 2,058 Milliarden Dollar

Rückgang: 26,8 Prozent

Platz 3

Bank of America Merrill Lynch

Einnahmen: 2,127 Milliarden Dollar

Rückgang: 23,8 Prozent

Platz 2

Goldman Sachs

Einnahmen: 2,396 Milliarden Dollar

Rückgang: 30,3 Prozent

Platz 1

JP Morgan

Einnahmen: 2,598 Milliarden Dollar

Rückgang: 22,6 Prozent

Im operativen Geschäft macht der Privatbank die Zurückhaltung vieler Kunden angesichts der wirtschaftlichen und politischen Turbulenzen in Teilen der Welt zu schaffen. Weil die reichen Kunden deshalb weniger handeln, sinken die Gebühreneinnahmen der Bank. Hier sei keine Besserung in Sicht, sagte Strähle. Daher treibt das Institut sein Kostensenkungsprogramm mit Nachdruck voran und will nun bis zum Jahresende etwa über den Abbau von 254 Stellen 57 Millionen Franken sparen – fast doppelt so viel wie geplant.

Eine größere Abschreibung auf ein Lebensversicherungs-Portfolio, vor der EFG noch im April gewarnt hatte, blieb der Bank erspart. EFG hatte bereits vor Jahren diversen Versicherungskunden deren Lebensversicherungen abgekauft und sieht sich nun mit Preiserhöhungen der Versicherer konfrontiert. Diese will EFG jedoch anfechten.

Eine konkrete Prognose für das Gesamtjahr wagte Strähle nicht. Er hoffe bei im Vergleich zum ersten Halbjahr gleichbleibenden Umsätzen aber auf geringere Kosten.

Von

rtr

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