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23.05.2011

09:57 Uhr

Privatbank

HSBC Trinkaus interessiert sich für Teile der WestLB

Die Wege sind kurz in Düsseldorf: Die Privatbank HSBC Trinkaus beschäftigt sich mit dem Kauf von Teilen der angeschlagenen WestLB. Das wäre ein absolutes Novum.

Die Zentrale der Privatbank HSBC Trinkaus & Burkhardt in Düsseldorf. Quelle: dpa

Die Zentrale der Privatbank HSBC Trinkaus & Burkhardt in Düsseldorf.

DüsseldorfDer geplante Verkauf von einzelnen Teilen der WestLB hat einen ersten Interessenten aus der Deckung gelockt: Die Düsseldorfer Privatbank HSBC Trinkaus prüft die Übernahme von Bereichen der drittgrößten Landesbank. "Wir sind in Gesprächen", sagte Trinkaus-Chef Andreas Schmitz der "Financial Times Deutschland" (Montagausgabe). Aus Finanzkreisen erfuhr Reuters, der Bereich Strukturierte Finanzierungen der WestLB habe das Interesse von HSBC Trinkaus auf sich gezogen. Allerdings befänden sich die Gespräche noch in einem sehr frühen Stadium.

Ein Sprecher der Landesbank bekräftigte, der Vorstand habe mit den Vorbereitungen für den Verkauf von Teilbereichen begonnen. Für diese gebe es "vielversprechende Anfragen". Zu einzelnen Kaufinteressenten wollte er sich aber nicht äußern.

Die sich abzeichnende Aufspaltung der WestLB ist Folge des seit Jahren andauernden Streits mit der EU-Kommission um öffentliche Garantien und Beihilfen. Der Bund und die Eigner der Bank verhandeln derzeit mit den Brüsseler Wettbewerbshütern über ein Modell, nach dem von der WestLB nur eine Verbundbank als Dienstleister für die Sparkassen bleiben soll. Die übrigen Teile sollen verkauft oder an die bereits bestehende Bad Bank angegliedert werden. Pläne für einen Komplettverkauf der Bank sind vom Tisch, der mit der Veräußerung beauftragte Wirtschaftsanwalt und ehemalige CDU-Finanzexperte Friedrich Merz ist aus dem Rennen. Merz sitzt auch im Aufsichtsrat von HSBC Trinkaus. Von der Düsseldorfer Privatbank war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Die EU-Kommission muss die Pläne für den Umbau der WestLB genehmigen. Bis zum 30. Juni müssen detaillierte Vorschläge zur Prüfung auf ihrem Tisch liegen. WestLB-Chef Dietrich Voigtländer hatte zuletzt wegen zahlreicher ungelöster Fragen bei der geplanten Aufspaltung des einstigen Flaggschiffs der Landesbanken Alarm geschlagen. Gelingt keine Einigung mit der EU-Kommission, steht die WestLB vor der Abwicklung.

Von

rtr

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