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09.01.2009

10:25 Uhr

Privatbanken

Postbank sorgt für nächste Hiobsbotschaft

Der Paukenschlag bei der Commerzbank ist längst nicht verklungen, da kommt die nächste Hiobsbotschaft aus der Bankenbranche: Die Postbank erwartet wegen der Finanzkrise hohe Verluste im Gesamtjahr 2008. Schon gibt es die ersten Gerüchte, ob die Fusion mit der Deutschen Bank wie geplant vonstatten gehen kann.

Die Zentrale der Postbank in Bonn. Foto: ap Quelle: ap

Die Zentrale der Postbank in Bonn. Foto: ap

HB BONN/FRANKFURT. Die Postbank ist 2008 wegen der Finanzkrise tief in die roten Zahlen gerutscht. Das stark negative Kapitalmarktumfeld habe das Ergebnis im vierten Quartal „signifikant“ belastet, teilte die Deutsche Post-Tochter am Freitag in Bonn mit. Im Gesamtjahr sei deshalb ein „deutlicher“ Verlust angefallen.

Nach Informationen aus Finanzkreisen beläuft sich das Minus im vierten Quartal auf rund 500 Mio. Euro und im Gesamtjahr damit auf etwa 600 Mio. Euro. Das Institut hatte bereits angekündigt, dass diese Maßnahmen zu erheblichen Lasten führen. Auch einen Verlust für das Gesamtjahr hatte die Bank bei Vorlage ihres letzten Quartalsberichts im November nicht ausgeschlossen, nachdem bereits für die ersten neun Monate rote Zahlen in den Büchern standen.

Selbst nannte die Postbank keine Zahlen, sie sollen am 19. Februar vorgelegt werden. Noch im November hatte die Bank lediglich erklärt, ein negatives Ergebnis für das Gesamtjahr sei „nicht auszuschließen“. Für die ersten neun Monate hatte sie aufgrund der Auswirkungen der Finanzmarktkrise unter dem Strich bereits einen Verlust von 114 Mio. Euro ausgewiesen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte der Konzern noch einen Gewinn von 701 Mio. Euro gemacht.

Die Postbank erklärte, sie nehme eine „erhebliche einmalige Ergebnisbelastung“ bewusst in Kauf, um die Kernkapitalquote der Bank zu stabilisieren und das Risikoprofil für die Zukunft zu verbessern. Für 2008 bedeute das in der Bilanz allerdings ein „deutlich negatives Ergebnis“.

In einer Investorenmitteilung erklärte die Postbank, sie habe per Ende Dezember ihre Aktienbestände komplett abgebaut, so dass hieraus zukünftig keine Belastungen für die Kernkapitalquote mehr entstehen könnten. Allerdings führe das zu einer „umfassenden Realisierung stiller Lasten“.

Zudem werden zweifelhafte strukturierte Papiere, für die kein Markt mehr besteht, nach den Angaben eines Postbank-Sprechers anders als bisher in der Bilanz ausgewiesen, so dass sie sich weniger negativ auf die Kernkapitalquote auswirken. Allerdings belaste auch dieses Vorgehen das Ergebnis signifikant.

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