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10.08.2012

11:28 Uhr

Privatbanken verdienen weniger

Reiche wollen sehr viel Sicherheit

VonElisabeth Atzler

Vermögende halten sich in der Krise mit Investments zurück. Besonders die Privatbanken leiden unter dieser Entwicklung. Ihre Gewinne liegen deutlich unter denen vor der Krise. Die Lösung könnte ein Strategiewechsel sein.

Mit Vermögenden verdienen Deutschlands Privatbanken nicht mehr so viel wie früher. dpa

Mit Vermögenden verdienen Deutschlands Privatbanken nicht mehr so viel wie früher.

FrankfurtDie Reichen reagieren in der Krise nicht viel anders als alle anderen Anleger: Sie wollen mehr Sicherheit und parken einen größeren Teil ihres Geldes. „Es ist schwierig geworden, Investments wie Aktien und strukturierte Produkte zu verkaufen“, sagt Katrin Lumma, Partner der Beratungsfirma Zeb Rolfes Schierenbeck. „Die Kunden gehen lieber in klassische Bankprodukte – auch Festgeld und Tagesgeld spielen dabei eine große Rolle.“

Die Folge: Die Privatbanken verdienen in der Vermögensverwaltung weniger. Die Zeb-Berater gehen davon aus, dass das Private-Banking-Geschäft, das in der Regel Kunden mit mindestens einer Million Euro liquidem Vermögen bedient, weiter stark von der Situation an den Finanzmärkten abhängen und in den kommenden drei Jahren nur leicht wachsen wird.

Der Beratungsfirma McKinsey zufolge sank das verwaltete Vermögen deutscher Privatbanken im vergangenen Jahr um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Sie sammelten zwar minimal frisches Geld ein, doch die Rendite der von ihnen verwalteten Kundenvermögen lag im Schnitt bei minus sechs Prozent. McKinsey schätzt das Vermögen der Kunden in Deutschland, die über mehr als eine Million Euro liquider Anlagemittel verfügen, auf 1,1 Billionen Euro. Die Hälfte dieser Summe haben die Reichen Privatbanken anvertraut.

An der Vermögensverwaltung verdienen die Banken aber weniger: McKinsey zufolge haben sich ihre Gewinnmargen seit Krisenausbruch halbiert. An jedem verwalteten Kunden-Euro verdient ein deutsches Institut im Schnitt 0,17 Cent. Vor der Finanzkrise waren es noch 0,35 Cent.

Die Bilanzen für 2011, die die meisten deutschen Privatbanken in den vergangenen Wochen veröffentlicht haben, zeigen, dass die Institute sich von der Finanzkrise zwar erholt haben. Die Gewinnniveaus von 2007, bevor die US-Investmentbank Lehman Brothers kollabierte, erreichen die meisten aber längst nicht.

„2012 verläuft bislang ähnlich wie 2011: Nach einem guten Start ist das Umfeld für das Private Banking wieder schwieriger geworden“, sagt Jens Hagel, Autor der McKinsey-Studie. Einen Hinweis darauf, dass die Geschäfte der Privatbanken nicht blendend laufen, liefert auch das schleppende Verkaufsverfahren der BHF-Bank, einer Tochter der Deutschen Bank.

Kommentare (4)

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10.08.2012, 11:58 Uhr

Man muss klar sehen, dass in Zeiten der Nullzinspolitik (eigentlich Negativzinspolitik), die von unseren Politikern ganz offen verteidigt wird, um ihren Euro auch weiterhin zu stuetzen, jeder Kostenaufschlag fuer die sichere Verwaltung einfach nicht mehr gedeckt ist. Somit ist es besser auf jegliche Verwaltung zu verzichten, um vorhandene Vermoegensverluste zu minimieren. Zum Negativzinsatz kaemen sonst auch noch die Kosten fuer die Ermoeglichung der "sicheren" Negativanlage. Und die Verluste sind auch ohne "Anlagehilfe" schon enorm. Frau Merkel hilft dieser Situation durch die weitere Verfolgung des von ihrem Ziehvater Kohl in das Leben gerufenen Euros. Aber welche Moeglichkeiten hat sie jetzt? Was von H. Kohl mit dem Euro in das Leben gerufen wurde stellt seine Telekom-Aktie weit in den Schatten. Es koennte nicht nur den Untergang einzelner Anleger bedeuten, sondern den Untergang der ganzen Nation.

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10.08.2012, 12:24 Uhr

Interssant ist, daß das HB heute noch nicht über die neusten Entwicklungen im Rahmen der Schweizer Steuerverbrechen berichtet. Es wird nämlich nun die Unzulänglichkeit des von Schäuble "ausgehandelten" Vertrages sichtbar.

Aber das passt wohl nicht ins Bild des HB; der unendlich fleissigen Reichen im Lande...

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10.08.2012, 12:39 Uhr

Lieber Leser ihr,

wir berichten sehr wohl über die Ermittlungen gegen Steuersünder. Zuletzt heute Nacht z.B. hier:

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/steueroasen-ermittler-verfolgen-ubs-spur-nach-singapur/6983806.html

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