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28.02.2012

08:14 Uhr

Private-Equity-Branche

Die goldenen Zeiten sind vorbei

VonPeter Köhler

Große Transaktionen wie im vergangenen Jahr bei Jack Wolfskin bleiben aus, die Finanzinvestoren blicken düster in die Zukunft. Die goldenen Zeiten in der Branche sind vorbei - und sie kommen auch nicht so schnell zurück.

Spektakuläre Verkäufe - wie im vergangenen Jahr von Jack Wolfskin - bleiben derzeit aus. dpa

Spektakuläre Verkäufe - wie im vergangenen Jahr von Jack Wolfskin - bleiben derzeit aus.

FrankfurtVier Tage im Zeichen des gegenseitigen Schulterklopfens - die Private-Equity-Branche trifft sich in diesem Jahr in Berlin zu ihrem wichtigsten Kongress. Die Beteiligungsmanager sprechen sich ab heute auf der "Super Return 2012" gegenseitig Mut zu - den sie angesichts der Finanzkrise auch brauchen.

Denn die Zeiten könnten besser sein. Immerhin 56 Prozent der Finanzinvestoren rechnen für 2012 mit weniger Transaktionen in Europa als noch im Vorjahr, geht aus einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger hervor, die dem Handelsblatt vorliegt. Und die Beteiligungsmanager erwarten laut der Studie die meisten Deals bei Unternehmenswerten zwischen 50 und 250 Millionen Euro, schlagzeilenträchtige Mega-Übernahmen im Milliardenbereich wird es eher nicht geben.

"Im aktuellen Umfeld gibt es noch ein bis zwei anstehende Großtransaktionen. Sollten diese erfolgreich verlaufen, könnten diese die Stimmung wieder positiv beeinflussen", hofft Gerd Sievers, Partner bei Roland Berger. Ein schlagzeilenträchtiger Deal war im vergangenen Jahr der Verkauf des Outdoor-Spezialisten Jack Wolfskin, im bisherigen Jahresverlauf blieben solche Investments mit Beteiligung von Private-Equity-Häusern bisher aus.

Das größte Risiko sieht man bei Roland Berger eher in der Entwicklung der Konjunktur sowie des Kapitalmarkts und des Bankensektors. Dies umfasse natürlich auch die Schuldenkrise in Europa und deren Ausgang. Die meiste Zeit würden die Beteiligungsmanager der Entwicklung ihrer Portfoliounternehmen widmen, neue Investitionen oder die Weiterveräußerung der Anteile an Finanzinvestoren oder Börsengänge stünden zunächst nicht im Fokus.

Auch die Kollegen der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC erwarten ein "schwieriges Jahr 2012". Als Folge der Euro-Schuldenkrise würden Bankdarlehen zur Beteiligungsfinanzierung knapper. Mehr als die Hälfte der Finanzinvestoren rechnet mit einem schlechteren Zugang zu Krediten, während lediglich sechs Prozent vom Gegenteil ausgehen. Unter dem Strich rechnen 47 Prozent der Manager mit einer Eintrübung der Lage, nur 22 Prozent glauben an eine Erholung.

Kommentare (3)

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28.02.2012, 08:29 Uhr

Im Grunde sind es doch faule, parasitäre Blutsauger.
Florierende Unternehmen werden gekauft, verschuldet zerstört. tausendmal geschehen.
Profiteure sind wenige Reiche. Positive Aspekte Keine.

Ist es nicht gut, wenn dieses Zeug verschwindet? Wäre eine Überschrift: "Blutsauger am Ende" nicht besser?

Bleibt zu hoffen, daß es so wird. Ich befürchte, man wird seine Macht wieder spielen lassen.

Übrigens, seit Jack Wolfskin von diesen Parasiten übernommen wurde, taucht dies nichts mehr. Es wird nur noch die Marke verheizt.

Alice

28.02.2012, 09:20 Uhr

Ich hab da meine ganz eigene Philosophie was Markenklamotten angeht. Ich bin nicht gewillt, egal von welchem Hersteller, Klamotten überteuert zu erstehen und anschließend jahrelang mit dem Label auch noch Reklame zu laufen. Die Unternehmen bauen genau auf den Werbeeffekt und haben damit bei der eitlen Kundschaft Erfolg. Man muss ja dem anderen zeigen, was man (auch Frau) sich so leisten kann.

ThomasDittler

28.02.2012, 10:28 Uhr

da sind bzw. waren so viele Blinde und Unfähige am Werk, da ist der Schaden schnell geschätzt, wenn die alle von der Bildfläche verschwinden.
Kinderlandverschickung 2.0 braucht kein Mensch, erst waren es die Unternehmensberatungen, danach die PE-Szene mit immer den gleichen Mustern: 30-jährige High Potentials erklären die Welt.

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