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26.01.2007

17:01 Uhr

Private Equity

In der Pleite zuschlagen

VonJens Koenen

So viel Geld und begrenzte Investitionsmöglichkeiten: Auch insolvente Firmen geraten nun ins Visier von Private Equity. Fälle wie die Übernahme des angschlagenen US-Autozulieferers Collins & Aikman oder der Kauf der insolventen Geldtransportunernehmens Heros sind nur der Anfang.

HB FRANKFURT. Die Private-Equity-Branche expandiert angesichts prall gefüllter Kassen in neue Bereiche. Deswegen kaufen die Finanzinvestoren zunehmend Unternehmen aus der Insolvenz heraus. „Wir haben mittlerweile in vielen Fällen engen Kontakt mit den Finanzinvestoren und arbeiten auch mit diesen zusammen“, beschreibt Michael Thierhoff, Partner der Sozietät Thierhoff Illy & Partner die Situation.

Das Interesse der Private-Equity-Gesellschaft an insolventen Unternehmen ist laut Thierhoff neu. „Bislang waren die Kontakte zu den Finanzinvestoren eher bescheiden, es waren fast durchgehend strategische Investoren, die insolvente Gesellschaften übernahmen“, sagt er. Überraschend ist die Entwicklung für ihn allerdings nicht. „Die Private-Equity-Branche verfügt derzeit über sehr viel Geld, die Investitionsmöglichkeiten sind aber begrenzt“, sagt er.

Bislang sind es vor allem auf Restrukturierung spezialisierte Fonds, die in der Pleite zuschlagen. So übernahm der fast 70-jährige Wilbur Ross mit seinem Private-Equity-Fonds kürzlich die deutschen Töchter des angeschlagenen US-Autozulieferers Collins & Aikman. In Branchenkreisen werden weitere solcher Deals durch Ross erwartet.

Aber auch die breitere Masse der Private-Equity-Häuser beginnt ein Auge auf insolvente Firmen zu werfen. So hat der US- Finanzinvestor Matlin-Patterson die insolvente Geldtransporterfirma Heros übernommen. Die Amerikaner wollen Heros mit frischem Kapital versorgen und den Betrieb fortführen.

Auch bei der insolventen Drogeriekette Ihr Platz ist seit Oktober 2006 mit Fortress ein Finanzinvestor mit an Bord, neben Goldman Sachs. Und am insolventen Handy-Bauer BenQ war offensichtlich ebenfalls ein nicht genannter Finanzinvestor interessiert, es kam allerdings nicht zu einem Abschluss. „Wir werden solche Transaktionen künftig häufiger sehen“, ist sich Thierhoff sicher.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Montagsausgabe des Handelsblatts.

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