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17.01.2011

07:00 Uhr

Private Equity

Renditeflaute hilft Beteiligungsfonds

VonPeter Köhler, Robert Landgraf

Professionelle Investoren setzen in diesem Jahr auf Infrastruktur-Fonds und Unternehmensanteile. Ein Unsicherheitsfaktor sind noch die Versicherungen, da ihnen wegen der neuen Vorschriften der Aufsichtsbehörden deutlich höhere Eigenmittelunterlegungen für alternative Investitionen drohen.

FRANKFURT. Die niedrige Verzinsung bei Staatsanleihen mit guter Bonität und die schwachen Renditen bei Tagesgeldern erhöhen den Handlungsdruck bei institutionellen Investoren. Sie müssen sich abseits der etablierten Kapitalmärkte stärker bei sogenannten alternativen Anlagen engagieren, um ihre versprochenen Garantieverzinsungen für die Kunden erwirtschaften zu können.

Laut einer Blitzumfrage der Beratungsgesellschaft Mackewicz & Partner für das Handelsblatt wollen fast zwei Drittel der Versorgungswerke, Pensionskassen, Versicherungen, Banken und Family-Offices in Deutschland im laufenden Jahr mehr Mittel in das Segment Infrastruktur investieren. Hoffnungen auf einen höheren Mittelzufluss könnten sich aber auch Beteiligungsfonds (Private Equity) und Hedge-Fonds machen, hier planen 53 Prozent beziehungsweise 44 Prozent der befragten Kapitalmanager höhere Anlagesummen ein.

Ein Unsicherheitsfaktor sind laut Mackewicz noch die Versicherungen, da ihnen wegen der neuen Vorschriften der Aufsichtsbehörden deutlich höhere Eigenmittelunterlegungen für alternative Investitionen drohen. Probleme bereitet den Mitarbeitern in der Kapitalanlage auch das Überangebot an alternativen Fonds. Laut der Umfrage müssen die Kapitalmanager für die fünf Prozent an alternativen Anlagen wegen der mangelnden Transparenz und Vergleichbarkeit rund 20 Prozent ihrer Zeit für die Auswahl der richtigen Fonds aufwenden. Außerdem sind die Rückflüsse aus den Fonds in der Finanzkrise dramatisch eingebrochen.

Dennoch werden die Finanzinvestoren mit dem Abflauen der Krise für die Geldgeber wieder interessanter. Auch nach einer Umfrage von Coller Capital unter 120 Investoren steigt die Bereitschaft, sich in Private-Equity-Fonds zu engagieren. Allerdings werde die Zunahme 2011 vielfach nur "moderat" ausfallen, ergibt die Untersuchung des Sekundärfondsanbieters. Das frisch erwachte Interesse der Großanleger hängt eng mit ihren Renditeerwartungen zusammen. "Die Mehrheit erwartet eine Rendite der Anlagen von 16 Prozent und mehr", sagt Michael Schad, Manager bei Coller. Das sollte in den nächsten drei bis fünf Jahren anhalten. Damit kehrt die Branche nach der Einschätzung von Coller auf das Niveau des Jahres 2005/2006 zurück. In den Boom-Zeiten lagen die Renditen bei 25 Prozent und mehr.

Skeptischer sind die Geldgeber dagegen bei Dachfonds, in denen Investments in mehrere Einzelfonds gebündelt werden. Die Gewinnentwicklung habe Pensionsfonds und Versicherungen enttäuscht. Laut der Coller-Umfrage wird hier das Engagement der Großanleger in den nächsten drei Jahren zurückgehen. Als Grund führen die Investoren auch die hohen Kosten an.

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