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22.01.2007

12:49 Uhr

Privatisierung von Staatsbanken

China plant Bankenreform

VonAndreas Hoffbauer

Auch wenn bislang nur einige Eckdaten bekannt wurden: Chinas Ankündigung, die Finanzmärkte umzugestalten, wurde von Experten begrüßt. Die teils einschneidenden Änderungen sehen bessere finanzielle Hilfe für ländliche Regionen vor – und mehr.

Die größten chinesischen Banken. Bilanzsumme in Mrd. Euro (Quelle: The Banker)

Die größten chinesischen Banken. Bilanzsumme in Mrd. Euro (Quelle: The Banker)

PEKING. Chinas Führung hat am Wochenende die Marschrichtung für neue Reformen der Finanzmärkte ausgegeben. Danach will die Volksrepublik noch mehr Staatsbanken privatisieren, die hohen Auslandsreserven stärker für eigene Zwecke einsetzen und vor allem die stark unterentwickelten ländlichen Regionen mit besseren Bankleistungen versorgen. Dies beschloss das gesamte Politbüro in einem zweitägigen Treffen, das hinter streng geschlossenen Türen stattfand. Auch der private Bondmarkt soll kräftig ausgebaut werden. Das auf fünf Jahre festgelegte Rahmenwerk wurde von Analysten begrüßt.

In der Abschlusserklärung wurden allerdings nur einige Eckpunkte bekannt gegeben. Danach wird die China Development Bank als erste Entwicklungsbank der chinesischen Regierung in das kommerzielle Bankgeschäft einsteigen. Erwartet wird, dass die beiden anderen Entwicklungsbanken Chinas, die China Export and Import Bank sowie die Agricultural Development Bank of China diesem Schritt folgen.

Offen blieb, ob Chinas Regierung eine neue Investmentsparte aufbauen wird. Im Vorfeld war spekuliert worden, dass Peking nach dem Vorbild Singapurs für 200 Mrd. Dollar eine starke Investmentfirma ins Leben rufen wolle. Von dieser sollten auch die hohen Währungsreserven besser verwaltet werden. Chinas Reserven wachsen seit Jahren stark an und liegen momentan bei 1,06 Billionen Dollar (800 Mrd. Euro).

Grünes Licht gab es für einen Reformplan der Agricultural Bank of China (ABC). Allerdings mit Abstrichen. Eigentlich waren die Aufspaltung und ein radikaler Umbau des Finanzriesen mit fast 500 000 Mitarbeitern und 31 000 Filialen erwartet worden, denn die ABC soll irgendwann an die Börse gehen.

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