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16.07.2014

16:05 Uhr

Privatkunden

Nationalelf schiebt Commerzbank-Geschäft an

Der Erfolg der Nationalmannschaft beflügelt auch die Bilanzen der Commerzbank. Das zuletzt schwächelnde Privatkundengeschäft hat nach eigener Auskunft wieder zugelegt. Doch noch hat das Geldhaus sein Ziel nicht erreicht.

Deutsche Fans jubeln in der Commerzbank-Arena in Frankfurt. dpa

Deutsche Fans jubeln in der Commerzbank-Arena in Frankfurt.

FrankfurtDie Fußball-Weltmeisterschaft hat offenbar auch der Commerzbank geholfen. Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus, das seit April einen TV-Werbespot mit dem joggenden Bundestrainer Joachim Löw und der deutschen Nationalelf hoch und runter laufen ließ, konnte jedenfalls im zweiten Quartal in seinem schwächelnden Privatkundengeschäft nach eigenem Bekunden zulegen.

Der für den Umbau des Filialgeschäfts zuständige Bereichsvorstand Michael Mandel sprach am Mittwoch in Frankfurt vom „besten Wachstumsquartal“ für die Sparte seit der Integration der Dresdner Bank nach 2008 – bezogen auf die Anzahl der Kunden und Konten.

Detaillierte Zahlen veröffentlicht die Commerzbank erst am 7. August. Mandel ließ sich aber schon ein bisschen in die Karten schauen: Von Januar bis Mai habe das Institut unter dem Strich 136.000 neue Privatkunden gewonnen und damit mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Davon entfiel der Großteil auf die Monate April und Mai. Bis 2016 soll bei den Neukunden die Millionen-Grenze geknackt werden. Insgesamt sind es seit Beginn des Umbaus vor knapp zwei Jahren 380.000. „Auch beim Profit sehen Sie mich entspannt“, ergänzte Mandel mit Blick auf das abgelaufene Quartal.

Das Geschäftsjahr 2013 der Commerzbank

Unter dem Strich

Die Bank erwirtschaftete Erträge in Höhe von 9,27 Milliarden Euro und erzielte ein operatives Ergebnis in Höhe von 725 Millionen Euro (2012: 1,17 Milliarden Euro). Der Gewinn nach Steuern betrug 78 Millionen Euro (-47 Millionen Euro im Jahr 2012).

Privatkunden

Mit modernen Filialen und einem runderneuerten Online-Banking will die Commerzbank im Privatkundengeschäft in die Spur finden. Das operative Ergebnis der Sparte lag 2013 mit 225 Millionen Euro fast exakt auf dem Vorjahreswert. Im vierten Quartal gab es ein operatives Plus von 60 Millionen Euro (nach 25 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum).

Mittelstandsbank

Im Geschäft mit Mittelstandskunden ist die Commerzbank einer der wesentlichen Akteure auf dem deutschen Markt. Das operative Ergebnis schrumpfte 2013 auf 1,1 Milliarden Euro (nach 1,6 Milliarden Euro im Jahr 2012). Die Risikovorsorge – Rückstellungen für vom Ausfall bedrohte Kredite – lag bei 470 Millionen Euro. Im Jahr 2012 hatten Sondereffekte zu einer Risikovorsorge nahe null geführt.

Zentral- und Osteuropa

In diesem Segment ist vor allem das Engagement der Commerzbank in Polen erfasst. Die Tochter „mBank“ ist dort als Direktbank aktiv. Das operative Ergebnis lag 2013 bei 254 Millionen Euro und damit etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die Bank Forum in der Ukraine hatte die Commerzbank 2012 bereits verkauft.

Kapitalmarktgeschäft

Im Segment „Corporates & Markets“ gab es einen Anstieg des operativen Ergebnisses auch wegen eines positiven Effekts bei der Bewertung eigener Verbindlichkeiten. Notieren die Anleihen von Banken an den Kapitalmärkten schwächer, hat das einen positiven Effekt auf die Bilanz – denn dann kann der Wert der Verbindlichkeiten niedriger angesetzt werden. Insgesamt kletterten das operative Ergebnis 2013 von 202 auf 778 Millionen Euro.

Interne „Bad Bank“

Im Segment „Non-Core Assets“ fasst die Bank Wertpapiere zusammen, die als Altlast aus der Finanzkrise gesehen werden oder aus der missglückten Übernahme der Immobilienbank Eurohypo stammen. Der Abbau der Positionen sei 2013 schneller voran gegangen als zunächst erhofft. Dei Bestände sollten auf 125 Milliarden Euro schrumpfen – tatsächlich landete die Bank bei 116 Milliarden Euro.

Während die Nationalelf auf ihrem langen Weg ihr Ziel bereits erreicht hat - den Titel bei der Weltmeisterschaft in Brasilien - muss sich die Commerzbank allerdings noch strecken, um mit ihren insgesamt gut elf Millionen Privatkunden mehr Geld zu verdienen. Bis 2016 soll der Gewinn der Sparte trotz niedriger Zinsen auf eine halbe Milliarde Euro steigen, 2013 waren es 225 Millionen.

Die klassischen Filialen werden derzeit modernisiert, um mehr Laufkundschaft anzulocken. Zusätzlich baut die Commerzbank ihr Online-Angebot aus, um den schnell wachsenden Direktbanken die Stirn zu bieten. Die eigene Onlinebank Comdirect bleibt erhalten. So lange beide Marken wachsen, gebe es keinen Grund, an dieser Zwei-Säulen-Strategie zu rütteln, bekräftigte Mandel.

Von

rtr

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